Porträt des Grafen Johann Baptist Verdenberg

Porträt des Grafen Johann Baptist Verdenberg

In: Adel im Wandel. Politik, Kultur, Konfession 1500-1700. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung auf der Rosenburg vom 12. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Herbert Knittler, Gottfried Stangler und Renate Zedinger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 251. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1990. 612.4°. Illustr. Objekt-Nr.: 1.10, S. 39.

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Leihgeber: Kollegium der Salvatorianer zu St. Michael (Wien)
Porträt des Grafen Johann Baptist Verdenberg

© M. Himml, Wien


1648
Öl auf Leinwand, 113 x 143,5 cm.
Rechts unten Inschrift: EXCELL. D. IOANNES BAPT. S. R. I. COMES DE VERDENBERG & NAMESTI B. IN GRAFENEG. CONSIL. INT. CAMER. & SUPREM. AUSTR. CANCEL. INSIGNIS PROMOTOR DONAT. CBS & POSS. MORT. D. 4. SEPTEMB. A.1648 IBID. SEP.IN SACELLO NATIV. DNI. ETAT. 66.

Die aus Olivis bei Como stammenden Verda wurden in Görz ansässig. Johann Baptist (geboren 1582) wurde Doktor der Rechte und wirkte seit 1603 "in cameralibus", 1611-1619 als Kammerprokurator in Graz für Erzherzog Ferdinand von Innerösterreich. Als dieser, zum Kaiser gewählt, 1619 nach Wien übersiedelte und seine fähigsten Beamten mitnahm, begann für Verda ein steiler Aufstieg. Als österreichischer Hofkanzler (1620-1637) und Mitglied des geheimen Rates hatte er entscheidenden Einfluß auf Politik und Verwaltung der habsburgischen Erbländer zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. 1623 wurde er mit dem Prädikat "von Verdenberg" (auch: Werdenberg) in den Freiherrnstand erhoben, 1630 erlangte er den Grafenstand. Er starb 1648 und wurde in der Wiener Michaelerkirche in einer Gruft unter der Geburt-Christi-Kapelle (dem auf seine Kosten 1627-1629 umgestalteten Nordchor) bestattet. Er war ein großer Förderer des Barnabitenordens, der seit 1626 bei St. Michael wirkte und nach Verdenbergs Tod das Gemälde (wohl nach einem älteren Vorbild) herstellen ließ.




Literatur: W. Posch, Die Sarginschriften der Michaelergruft zu Wien (Wien 1983), 29-43; Ausstellungskatalog "St. Michael – Stadtpfarrkirche und Künstlerpfarre von Wien 1288-1988" (Wien 1988), 294, Nr. 204, u. 191, Abb.