Kuranstalt "Rudolfsbad" in Reichenau, um 1880

Kuranstalt "Rudolfsbad" in Reichenau, um 1880

In: Die Eroberung der Landschaft. Semmering – Rax – Schneeberg. Katalog zur Niederösterreichischen Landesausstellung im Schloß Gloggnitz 1992. Herausgegeben von Wolfgang Kos. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 295. – Wien: Falter Verlag. 655. 4°. Objekt-Nr.: 19.7, S. 248.

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Leihgeber: Ingo Nebehay (Wien)
Kuranstalt

© Thomas Reinagl, Wien


Photographie von A. Markowitsch, aus der Mappe "Ansichten von Reichenau", 27,2 x 47,32 cm.

Auf Anregung des Wiener Dermatologen Ferdinand Hebra wurde im Jahre 1865 von den Gebrüdern Waißnix die Kaltwasserheilanstalt "Rudolfsbad" unweit des Thalhofs in Reichenau erbaut und im Frühjahr 1866 eröffnet. Der stattliche dreigeschossige Bau besaß konservativen Stilcharakter nach Vorbildern des Spätbiedermeier. Die Kuranstalt war "von dem Wohlwollen des gesammten Lehrkörpers der ersten deutschen medicinischen Facultät, die Wien unbestritten besass getragen" (Franz Haas) und wurde alsbald bei Kurgästen "der distinguiertesten Kreise innerhalb und ausserhalb der Monarchie" so beliebt, daß villenartige Dependancen errichtet werden mußten. In dem Kurhaus waren nicht nur Räume für therapeutische Behandlungen in Form von Bädern, Trinkkuren und Heilgymnastik untergebracht, sondern auch Säle für Festlichkeiten, Bälle und Unterhaltungen der Kurgäste. Im Behandlungsprogramm war auch die "Oertel'sche Terraincur" vorgesehen, welche in Spaziergängen anhand von "Terrain- Karten mit qualitativer Bestimmung der Wege" bestand.


Mario Schwarz


Literatur: F. C. Weidmann, Die Feier der Einweihung und Eröffnung der Kaltwasser-Heilanstalt Rudolfsbad in Reichenau. Wien 1866.