Jäger und Mädchen

Jäger und Mädchen

In: Jagd einst und jetzt. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung im Schloß Marchegg vom 29. April bis 15. November 1979. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Bearbeitet von Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 77. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1978. 468. 8°. Objekt-Nr.: 531, S. 421.

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Leihgeber: Österreichische Galerie Belvedere (Wien), 5645
Jäger und Mädchen

© Österreichische Galerie Belvedere, Wien


Johann Mathias Ranftl (1805-1854)
Öl auf Holz, rechts unten bezeichnet: Ranftl 1847, 60 x 52 cm.

Das Bild ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Arbeit Ranftls als Genremaler. Daneben war Ranftl aber auch ein bedeutender Tier- und besonders Hundemaler, der den Spitznamen "Hunderaffael" trug. Dargestellt ist die romantische Szene der Begegnung eines Jägers mit einem Mädchen. Das Mädchen trägt alpenländische Tracht (Kopftuch, Busentuch, Fürtuch) und hält den Hut des Jägers in ihren Händen, auf dem sie ein Sträußchen Alpenblumen befestigt. Der Jäger steht vor ihr und sieht ihr, auf seinen Jagdstock gestützt, zu. Er trägt einen braunen Jagdrock mit grünen Aufschlägen, lederne Kniehosen, grüne Stutzen und feste Bergschuhe, umgehängt hat er ein Perkussionsgewehr mit Griffbügel und Kolbenschuh aus Messing. Die Szene ist in ein gelbes Sonnenlicht getaucht. Im Hintergrund sieht man schneebedeckte Berge. Ein Jagdhund darf auf diesem Bild Ranftls natürlich nicht fehlen. – Diese Art der Darstellung, die hier bei Ranftl große malerische Qualitäten und glaubhafte Atmosphäre hat, wurde im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr oft zum Gegenstand von Pseudo-Kunst.


Gerhard Winkler