Gemsenjagd

Gemsenjagd

In: Jagd einst und jetzt. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung im Schloß Marchegg vom 29. April bis 15. November 1979. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Bearbeitet von Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 77. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1978. 468. 8°. Objekt-Nr.: 16a, S. 245.

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Leihgeber: Universitätsbibliothek Erlangen (Deutschland), Handschriftenabteilung, B. 106
Gemsenjagd

© Universitätsbibliothek Erlangen (Deutschland)


Tiroler Meister (Kölderer Werkstatt?), Ende 15. Jahrhundert, Papier, Rötel, 32,1 x 42,7 cm, Wasserzeichen mit Reichsapfel, Stange und Stern (Briquet Nummer 3056), 1492-93.

Die Darstellung dieser Gemsenjagd ist in mehrfacher Hinsicht sehr interessant. Einmal bekommen wir in dieser Zeichnung die Gemsenjagd in vielfacher Variation vorgeführt, zum anderen aber sind hier Details geschildert, die man selten anderswo geschildert bekommt. So werden im Hintergrund z. B. die Jagd mit Armbrust und Büchse, vorwiegend aber mit der Gemsenstange geschildert. Man sieht verschiedene Jäger, die die Gemsenstange vielseitig verwenden. So zieht hinter dem Gehöft ein Jäger zur Jagd aus, wobei er die Gemsenstange auf der rechten Schulter trägt und dar an seinen Rucksack befestigt hat. Ein zweiter ähnlicher Jäger mit einem folgenden Hund ist am Fuß des Berges zu sehen. In den Felswänden selbst zwei Jäger, die Gemsen aus der Wand werfen und andere, die die Gemsenstange dazu verwenden, um an ihr kletternd, Höhenunterschiede zu überwinden. Daneben auch noch bemerkenswert die Darstellung eines mit einem Seil kletternden Jägers und die Darstellung eines Hundes, der an einem Pflock angeseilt wurde. Rechts im Vordergrund ein Jagdzelt, davor wartend ein Jäger mit zwei Hunden. Er selbst trägt Steigeisen, Hirschfänger, Hifthorn und Gemsenspieß. Ganz vorne ist eine Dame zu sehen, die eben vom Pferd gestiegen zu sein scheint und die ihr Windspiel liebkost. Interessant auch noch der Damensattel mit den beiden Steigbügeln auf der linken Seite.


Gerhard Winkler


Literatur: Katalog der Ausstellung Maximilian I., Innsbruck 1969, S. 70, Kat. Nr. 278, Abb. 45. Dort die ältere Literatur.