Eberjagd

Eberjagd

In: Jagd einst und jetzt. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung im Schloß Marchegg vom 29. April bis 15. November 1979. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Bearbeitet von Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 77. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1978. 468. 8°. Objekt-Nr.: 6, S. 240.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Antikensammlung, IV 781
Eberjagd

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Rotfigurige Pelike, Ton, Höhe 17,3 cm, Fundort: unbekannt, Attisch, 3. Viertel des 5. Jahrhunderts vor Chr.

Die Szene auf der Pelike (Vorratsgefäß) bezieht sich wahrscheinlich auf die Kalydonische Jagd: Der Eber hat sich in einer Falle, die durch zwei senkrechte Stangen mit einer Querlatte gebildet wird, festgerannt. Meleager weicht vor dem wütenden Eber zurück; die linke Hand hat er schützend mit dem Mantel umwickelt, in der gesenkten Rechten hält er ein Schwert. – Im rotfigurigen Stil, der um etwa 530 v. Chr. aufkommt, wird die schwarzfigurige Technik gleichsam umgekehrt: Aus der schwarz bemalten Oberfläche des Gefäßes werden nur die Figuren ausgespart und bleiben tongrundig. Die Binnenzeichnung wird nun nicht mehr geritzt, sondern mit dem Pinsel aufgetragen, was eine verfeinerte und lebendigere Darstellung ermöglichte.


Kurt Gschwantler


Literatur: CVA. Wien II, Taf. 78, 1 – F. BROMMER, Vasenlisten zur griechischen Heldensage 2 (1960) 239, Nr. B 10.