© U. Otto, Wien
225 mm hoch. Jahreszahl 1548 eingraviert.
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Als Beispiel einer derartigen Uhr soll die vom Typus her auf Johannes von Gmunden zurückgehende Säulensonnenuhr angeführt werden. Der Mathematiker-Astronom war es gewesen, der diese Uhrenart im Österreichischen Raum populär gemacht hatte und die Grundlagen zu ihrer Konstruktion in einer Schrift niederlegte, deren Abschrift bald nach 1444 angefertigt wurde und heute noch existiert. Man legt durch den Sonnenmittelpunkt, Zenit und Nadir eines Ortes eine Ebene. In dieser Ebene liegt waagrecht ein Stab der Länge l. Scheint die Sonne, so wirft dieser Stab bei gegebener Sonnenhöhe h auf eine Normalebene zur erstgenannten Ebene einen Schatten der Länge l · tg h. Johannes von Gmunden berechnete nun diese Größe für jede Tagesstunde und trug sie in Abhängigkeit vom Datum (was auch der ekliptikalen Länge der Sonne entspricht) auf. Wickelt man eine solche Darstellung auf einen Zylinder auf, so benötigt man nur noch einen, um die Mittelachse drehbaren Schattenstab, der mit der Länge l über den oberen Rand hinausragt, um eine Säulensonnenuhr zu konstruieren. Um eine korrekte Ablesung der wahren Ortszeit vornehmen zu können, genügt es, den Zeiger zunächst auf das gewünschte Datum einzustellen und den Zylinder solange zu drehen, bis der Schatten lotrecht unter die eingestellte Marke fällt. Auf der Stundenkurve gibt dann das Schattenende die wahre Sonnenhöhe an. Das zylinderförmige Zifferblatt weist die Schattenlinien von 4 bis 12 und wieder bis 8 h auf, die vermutlich für die geographische Breite von Innsbruck ausgeführt wurden. In dem Zylinder befindet sich ein konzentrisch verstellbarer innerer Zylinder, der eine Vergleichstabelle trägt, die es gestattet, die wahre Ortszeit der wichtigsten Hauptstädte der Welt im Verhältnis zur Innsbrucker Ortszeit abzulesen. Genau demselben Zweck dient auch eine Ortstabelle am unteren Ende des äußeren Zylinders, um die ein beweglicher, zweimal mit den Stundenziffern 1 bis 12 versehener Ring läuft.
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