© Museum der Stadt Regensburg
Syrien oder Venedig, Werkstatt des Meisters Aldrevandin (?), um 1260 bis 1290.
Farbloses Glas mit Emailmalerei auf der Innen- und Außenwandung in Weiß, Rot, Blau und Gelb, zu zwei Dritteln gesichert ergänzt. Höhe = 11 cm, Randdurchmesser = 10,5 cm.
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Auf der konischen Wandung ist zwischen stilisierten Blüten ein (nicht identifiziertes) Wappenfragment zu erkennen. Darüber läuft ein Schriftband in weißen gotischen Majuskeln: (AVE MA)RI(A) GRACI(A PLENA). Becher des gleichen Typs mit der "Signatur" eines Magisters Aldrevandin, heute in London und Frankfurt, lassen auf dieselbe Herstellerwerkstatt schließen. Sie befand sich entweder in Akkon (Syrien) oder in Venedig. Vermutlich wurden die im Fernhandel erworbenen syrischen Gläser auf deutsche Bestellung in Venedig bemalt, wie die christliche Aufschrift und das Wappen verraten möchten. Jedenfalls wird der Name "accrischer glaz" (Glas aus Akkon) in dem Nachlaßinventar eines niederbayerischen Ritters aus dem 14. Jahrhundert überliefert. Die Glasfragmente wurden 1934 beim Ausbau des ehemaligen Domherrenhofs in der Schäffnerstraße aufgefunden und stammen demnach wahrscheinlich aus dem Besitz der höheren Geistlichkeit. Weitere Fragmente syrischer Emailgläser wurden im Bereich des ehemaligen St.-Klara-Klosters entdeckt.
Veit Loers
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