Das Friesacher Spital

Das Friesacher Spital

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 14.02.02, S. 282.

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Leihgeber: Benediktinerstift Admont (Steiermark)
Das Friesacher Spital

© Benediktinerstift Admont


Friesach, 1144
Höhe 43,3 cm, Breite 28,2 cm; Pergament-Urkunde, verfasst vom Notar Rupert; an der Rückseite eingehängtes Siegel des Ausstellers

Als Erzbischof Konrad I. im Jahre 1121 das Hospital in Friesach – die früheste Spitalsgründung in Kärnten – zu Ehren der heiligen Maria Magdalena errichten ließ, bestimmte er zu dessen Dotierung auch die bischöflichen Zehent-Anteile in der Pfarre Metnitz.
Diese Einkünfte gab er 23 Jahre später im Zuge einer Neuregelung an das Bistum Gurk und entschädigte das Friesacher Hospital mit dem bischöflichen Zehent in der Pfarre Friesach. Die Grenzen des dazu gehörigen Territoriums werden in der Urkunde durch die Angabe mehrerer Örtlichkeiten genau beschrieben.
Das Hospital in Friesach war bald nach seiner Gründung dem steirischen Benediktinerstift Admont unterstellt worden, unter dessen Leitung es bis ins späte 12. Jahrhundert verblieb. Die frühen hierauf bezüglichen Urkunden (auch die älteste von 1121) wurden demnach von Anfang an in Admont verwahrt, wo sie sich heute noch befinden.
Die Schenkungsurkunde von 1144 enthält keine Datums- und Ortsangabe, jedoch lässt sich aus der Zeugenreihe im Vergleich mit anderen (datierten) Urkunden erschließen, dass sie in dem genannten Jahr in Friesach ausgestellt wurde.


Johannes Tomaschek


Literatur: Jakob WICHNER, Geschichte des Benediktiner-Stiftes Admont, Bd. 1: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1177 (Graz 1874), Nr. 19, S. 253f.
Urkundenbuch des Herzogthums Steiermark, Bd. 1: 798 - 1192. Bearb. von Josef von Zahn (Graz 1875), Nr. 222, S. 234f.
Monumenta historica ducatus Carinthiae III, Nr. 777, S. 306f.
Salzburger Urkundenbuch, Bd. 2: Urkunden von 790 - 1199. Bearb. von Willibald Hauthaler (Salzburg 1916), Nr. 220, S. 320f.
Christine TROPPER, Hospitalstiftungen und Fürsorgeeinrichtungen der Klöster und Stifte im mittelalterlichen Kärnten. In: Studien zur Geschichte von Millstatt und Kärnten 1997, S. 771-785.