Hochzeitspokal

Hochzeitspokal

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 13.03.06, S. 262.

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Leihgeber: Badisches Landesmuseum (Karlsruhe, Deutschland), 64/51
Hochzeitspokal

© Badisches Landesmuseum, Karlsruhe


Nürnberg, 1519
Gesamthöhe 48,4 cm; Silber, teilvergoldet, getrieben und graviert

Der Prunkpokal besteht aus zwei im Wesentlichen gleich gearbeiteten Gefäßen, deren Trinkränder ineinander passen.
Die zweizeilige Antiqua-Inschrift auf dem unteren Pokal CHRISTOPHORVS * SCHEWRL * I * V * DOCTOR * VXORI / KATHERINE * FVTRERIN * DONAVIT * 29 * AVGVSTI * ANO 1519 * gibt darüber Auskunft, dass es sich um ein Hochzeitsgeschenk des Christoph Scheurl (1481-1542) an seine Braut Katharina Fütterer handelt. Der Jurist Scheurl war ab 1507 Rektor der Universität Wittenberg und ab 1512 Ratskonsulent in seiner Heimatstadt Nürnberg.
Ein ähnlicher Doppelpokal, jedoch mit verschiedenen Proportionen, befand sich einst in der Sammlung Spitzer, und in der Moskauer Patriarchenschatzkammer steht ein Nürnberger Deckelpokal, der etwas früher entstanden sein dürfte. Auf den Unterseiten der Karlsruher Pokale sind nachträglich Zierstücke eingefügt worden: eine Medaille des Fugger-Faktors Jörg Hörmann 1529 und ein Allianzwappen in Hinterglasmalerei mit der Jahreszahl 1593, dem Datum der Eheschließung von Hans Christoph Scheurl, einem Enkelsohn des Erstbesitzers.


Barbara Maier


Literatur: K. ROSSACHER, Der Nürnberger Hochzeitspokal des Christoph Scheurl aus der Sammlung Hearst. In: Alte und moderne Kunst 70 (1963), S. 36ff.