Laute

Laute

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 12.02.02, S. 206.

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Leihgeber: Museum in Elbing (Polen), EM/IV/1561
Laute

© Kärntner Landesausstellungen (Agencja Foto-Studio Kołecki, Gdańsk)


1. Hälfte 15. Jahrhundert, Bodenfund Elbing, Alter Markt 53
Höhe 6,5 cm, Breite 18,7 cm, Länge 54,8 cm; Holz

Um 1400 erscheinen auf bildlichen Darstellungen Saiteninstrumente, so genannte Lauten (auch Citola, Gitter oder Gitterna). Von diesem frühen Typ existieren in Europa nur zwei Exemplare; das zweite befindet sich in Eisenach.
Diese Laute ist das wertvollste von fünf mittelalterlichen Musikinstrumenten, die in Elbing geborgen wurden. Das vollständig erhalten gebliebene Exemplar ist eine erstklassige Handarbeit. Das Gehäuse ist aus Lindenholz, die Platte aus Fichte gefertigt. Das Ende des kurzen Halses schmückt ein geschnitztes Gesicht. Die noch erhaltenen Saitenpflöcke deuten darauf hin, dass die Saiten im Moment des – wohl unbeabsichtigten – Fallens der Laute in die Latrine noch befestigt waren. Eigentümer des Instruments war möglicherweise der wohlhabende Bürger M. Zelige oder jemand aus seiner Familie, die in jener Zeit am Alten Markt 53 wohnte.


Grazyna Nawrolska


Literatur: D. POPŁAWSKA, Instrumenty muzyczne średniowiecznego Elbląga / Musikinstrumente des mittelalterlichen Elbing. In: Archaeologia Elbingensis 2 (1997), ss. 145-154.