Bezoar-Amulett

Bezoar-Amulett

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 10.17, S. 185.

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Leihgeber: Deutscher Orden (Wien), Museum und Schatzkammer, K-028
Bezoar-Amulett

© Museum und Schatzkammer des Deutschen Ordens, Wien


Orientalisch, Montierung deutsch, 16. Jahrhundert
Länge 12,5 cm, Breite 5,7 cm; Bezoar, Fassung: Silber, vergoldet, graviert

Bezoare, die Magensekretsteine der indischen Bezoarziege, dienten als magische Heilmittel.
Das persische Wort "pad-sahr" (Bezoar) bedeutet Gegengift. Die sehr seltenen Steine wurden aus dem Orient importiert und um horrende Preise, bis zum Zehnfachen des Goldwerts, gehandelt. So gelangten sie als kostbarer Besitz in die Kunst- und Wunderkammern der Fürsten ganz Europas. Der Aberglaube schrieb ihnen mächtige Gift anzeigende und abwehrende Wirkung zu. Auch abgeschabtes Pulver, vermischt mit Wein, fand als Heilmittel gegen diverse Krankheiten Verwendung.
Das sehr große Wiener Exemplar hat ein Gewicht von 400 Gramm und wurde im 16. Jahrhundert in Vierblattrosetten und Scharnierspangen mit Arabeskengravur gefasst.


Barbara Maier


Literatur: Die Schatzkammer des Deutschen Ordens (Wien 2000), S. 68.