Großer Brand von Bern 1405

Großer Brand von Bern 1405

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 10.12, S. 181.

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Großer Brand von Bern 1405

© Burgerbibliothek, Bern


Bern, nach 1421
Photoreproduktion; Original: Amtliche 8erner Chronik des Diepold Schilling, Bern, Burgerbibliothek, Hs. hist. helv. I., p. 289

Das Bild dokumentiert den Versuch der Brandbekämpfung mit einfachen Holz- und Lederzubern.
Es zeigt aber auch die Rettung von Hab und Gut aus den brennenden Häusern: Truhen, Laden, Kessel und Bettwäsche wurden eilends vor die Stadt geschafft. Nach der verheerenden Brandkatastrophe musste die Stadt faktisch neu errichtet werden, wobei man Wert darauf legte, das Stadtbild der politischen Bedeutung anzupassen. Zeichen des damit einhergehenden städtischen Selbstbewusstseins waren der Bau des Rathauses und des Münsters (begonnen 1421). In die Zeit nach dem großen Brand fällt auch der Beginn der bernischen amtlichen Chronistik, deren bedeutendste Vertreter Conrad Justinger, Diepold Schilling (aus dessen Chronik unser Bild stammt) und Valerius Anshelm waren.


Günther Hödl


Literatur: Alltag im Spätmittelalter. Hrsg. von Harry Kühnel (Granz/Wien/Köln ³1986), S. 21ff, Abb. 19.