Streitkolben

Streitkolben

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 10.07, S. 177.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 93.978
Streitkolben

© Historisches Museum der Stadt Wien


Um 1500
Länge 59,5 cm; Eisen, Bronze

Aufgekommen im 13. Jahrhundert als eine Keule für die Reiterei, entwickelte sich der Streitkolben zu einem Kommandozeichen für höhere Befehlshaber.
Der Kopf der Waffe wurde – wie auch hier zu sehen ist – mit radial angeordneten Schlagblättern aus Eisen und Bronze verstärkt. Im gesamten Wiener Bürgerlichen Zeughaus findet sich nur eine einzige derartige Waffe.
In Europa fand der Streitkolben besonders nach der Ausbildung des Plattenharnisches Verwendung, dem mit der Schneide des Hiebschwerts nicht beizukommen war. Die scharfen Spitzen der stählernen "Schlagblätter" des Streitkolbens durchbrachen dagegen fast jeden Panzer.
Von dieser schon bei frühen Hochkulturen des Vorderen Orients gebräuchlichen Waffe leiten sich Marschallstab und Szepter ab.


Sylvia Mattl-Wurm


Literatur: Wehrhafte Stadt. Das Wiener Bürger/iche Zeughaus im 15. und 16. Jahrhundert. Ausstellung um Historischen Museum der Stadt Wien vom 15. bis 21. Mai 1986 (= Sonderausstellung des Historisches Museum der Stadt Wien 101, Wien 1986), Nr. 1.14.