Helmbarte

Helmbarte

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 10.04, S. 175.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 126.011
Helmbarte

© Historisches Museum der Stadt Wien


Deutsch, um 1490
Länge 253,5 cm; Eisen, Holz

Die Kombination aus Speer und Axt war in ihrer einfachen Form Ende des 13. Jahrhunderts bei den Schweizern aufgekommen und eignet sich sowohl zum Stoß und Hieb als auch zum Reißen.
Helmbarten wurden speziell in den Schlachten von Morgarten (1315) und Sempach (1386) gegen die Österreicher zur entscheidenden Offensivwaffe der Infanterie. Sie mussten mit beiden Händen geführt werden, deshalb entfiel hier der Schutzschild. Ab dem späten 16. Jahrhundert entwickelten sie sich zu Garde-, Zier- und Schauwaffen. Die Anfertigung der Helmbarten (Hellebarden) erforderte großes handwerkliches Geschick. Bis zu acht verschiedene Eisensorten wurden verschmiedet, um den Zonen der höchsten Beanspruchung die entscheidende Härte und Elastizität zu verleihen. Auf die Stange wurde ein Beil ("Barte") aufgesetzt, das im 15. Jahrhundert noch durch Reißhaken und Stoßklinge "verdichtet" worden ist.


Sylvia Mattl-Wurm


Literatur: Wien im Mittelalter. Ausstellung vom 18. Dezember 1975 bis 18. April 1976 (= Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien 41, Wien 1976), Nr. 411.
Wehrhafte Stadt. Das Wiener Bürger/iche Zeughaus im 15. und 16. Jahrhundert. Ausstellung um Historischen Museum der Stadt Wien vom 15. bis 21. Mai 1986 (= Sonderausstellung des Historisches Museum der Stadt Wien 101, Wien 1986), Nr. 1.21.
Norbert OHLER, Krieg und Frieden im Mittelalter (= Beck'sche Reihe 1226, München 1997).