Gläve

Gläve

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 10.03, S. 175.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 126.017
Gläve

© Historisches Museum der Stadt Wien


Süddeutsch, Anfang 16. Jahrhundert
Länge 264 cm; Eisen, Holz

Gläven waren seit dem 14. Jahrhundert in Verwendung und sind sowohl für den Stich wie auch für den Hieb zu gebrauchen.
Im 15. Jahrhundert wurden sie zur allgemeinen Waffe der Fußknechte, in Burgund sogar zusätzliche Waffen der Armbrustschützen. Die Gläve verlor im 16. Jahrhundert ihre kampftechnische Bedeutung. Unter "Gleven" verstand man aber auch die kleinste taktische Einheit des spätmittelalterlichen Heeres, bestehend aus einem gepanzerten Reiter, einem mit einem langen Spieß bewaffneten Fußkämpfer und einigen Dienern. Diese kleinen Einheiten hatten sich deshalb formiert, weil es dem schwer gepanzerten Reiter nicht möglich war, ohne Hilfe zum Kampfplatz zu gelangen. Reiter und Fußkämpfer mussten sich in der Abwehr der feindlichen Fußkämpfer gegenseitig schützen.


Sylvia Mattl-Wurm


Literatur: Wehrhafte Stadt. Das Wiener Bürger/iche Zeughaus im 15. und 16. Jahrhundert. Ausstellung um Historischen Museum der Stadt Wien vom 15. bis 21. Mai 1986 (= Sonderausstellung des Historisches Museum der Stadt Wien 101, Wien 1986), Nr. 1.30.
Wilhelm VOLKERT, Adel bis Zunft. Ein Lexikon des Mittelalters (München 1990).