Schaller

Schaller

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 09.04, S. 165.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 126.015
Schaller

© Historisches Museum der Stadt Wien


Süddeutsch, um 1490/1500
Höhe 26 cm, Breite 24 cm, Tiefe 45 cm; Eisen

Diese besondere Helmform mit langem, spitz auslaufendem Nackenteil, Visier und Sehschlitz ist in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus dem Eisenhut entstanden.
Der spätgotische Schaller reichte bis in Mundhöhe und wurde üblicherweise von einem Unterteil, der Mund und Kinn schützte, dem so genannten Bart, ergänzt. Unser Exemplar verfügt noch über einen starren Nackenschutz, obgleich seit den achtziger Jahren des 15. Jahrhunderts geschobene Ausführungen vermehrt in Gebrauch kamen und retrospektiv für typisch gehalten werden. Die drei Stecklöcher deuten auf die Helmzier hin: Seit etwa dem 12. Jahrhundert verhüllte das Visier den Kopf so vollkommen, dass man die Reiter zumeist mit heraldischen Zeichen oder anderen aufgesteckten Attributen (meist aus Leder und Leinen) kenntlich machen musste. Der Helm aus der Sammlung des Wiener Bürgerlichen Zeughauses könnte eine Erwerbung aus dem Jahre 1504 sein. Damals wurden dem Kürschner Jörg Strasser einige Stücke, "hinder und vordertail auf 11 man, auch vier schalern, vier pärt, hantschuch, meusl und krägl", abgekauft.


Sylvia Mattl-Wurm


Literatur: Das Wiener bürgerliche Zeughaus. Gotik und Renaissance. Ausstellung, Mai - September 1960 (= Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien 3, Wien 1960), Nr. 28.
Wehrhafte Stadt. Das Wiener Bürger/iche Zeughaus im 15. und 16. Jahrhundert. Ausstellung um Historischen Museum der Stadt Wien vom 15. bis 21. Mai 1986 (= Sonderausstellung des Historisches Museum der Stadt Wien 101, Wien 1986), Nr. 1.5.