"Hostientaube"

"Hostientaube"

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 08.09, S. 147.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Dommuseum zu Salzburg

© Dommuseum zu Salzburg (O. Anrather)


Limoges, 1. Viertel 13. Jahrhundert
Höhe 23 cm; Kupfer, vergoldet, graviert, emailliert

Die westfranzösische Stadt Limoges hat sich im 12. Jahrhundert zu einem herausragenden Zentrum für Emailkunst entwickelt, und das dort erzeugte Kirchengerät fand in ganz Europa Verbreitung.
Emailgeschmückte" Hostientauben" waren eine Spezialität der Werkstätten von Limoges. Rund zwei Dutzend derartiger Werkstücke haben sich in Kirchen und Museen erhalten. Die Salzburger Taube aus vergoldetem Kupfer besitzt unter einem aufklappbaren Deckel auf ihrem Rücken eine Mulde zur Aufbewahrung von Hostien. Als Symbol für den Heiligen Geist hing sie ursprünglich wohl frei schwebend über dem Altar. Manche dieser bunten Kostbarkeiten standen in einem von Stadtmauern mit Türmen umkränzten Untersatz als Hinweis auf das Himmlische Jerusalem.


Reinhard Gratz


Literatur: Die kirchlichen Denkmale der Stadt Salzburg (mit Ausnahme von Nonnberg und St. Peter). Bearb. von Hans Tietze mit archivalischen Beitr. von Franz Martin (= Österreichische Kunsttopographie 9, Wien 1912), S. 51f.
Marie-Madeleine GAUTHIER, Émaux du moyen âge occidental (Fribourg 1972), S. 116, Abb. 72.
Marie-Madeleine GAUTHIER, Colombe limousine prise aux rÍts d'un "antiquaire" bénédictin à Saint-Germain-des-Prés, vers 1726. In: Intuition und Kunstwissenschaft. Festschrift für Hanns Swarzenski zum 70. Geburtstag (Berlin 1973), S. 171-190.
Ornamenta ecclesiae. Kunst und Künstler der Romanik. Katalog zur Ausstellung des Schnütgen-Museums in der Josef-Haubrich-Kunsthalle. Hugo Borger zum sechzigsten Geburtstag gewidmet. Hrsg. von Anton Legner, Bd. 1 (Köln 1985), Nr. C 39.
Hermann FILLITZ, Martina PIPPAL, Schatzkunst. Die Goldschmiede- und Elfenbeinarbeiten aus österreichischen Schatzkammern des Hochmittelalters. (Salzburg 1987), Nr. 85).
Meisterwerke europäischer Kunst. 1200 Jahre Erzbistum Salzburg. Katalog zur Ausstellung im Dommuseum zu Salzburg vom 2. Mai bis 26. Oktober 1998 (= Sonderschau des Dommuseums zu Salzburg 23, Salzburg 1998), Nr. 19.