Spanischer Teller

Spanischer Teller

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 06.03, S. 104.

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Leihgeber: Archäologisches Institut Elbing (Polen), XXV/JNC/1568
Spanischer Teller

© Kärntner Landesausstellungen (Agencja Foto-Studio Kołecki, Gdańsk)


14. Jahrhundert, Bodenfund Elbing, Latrine Fleischerstraße 1
Durchmesser 33 cm; Ton

Produktionszentrum der hervorragenden arabischen Lüsterware war Andalusien. Hergestellt in Malaga und später in Valencia, wurde sie etwa nach England, Frankreich, den Niederlanden oder Norwegen exportiert.
Die Ankunft der Araber im 8. Jahrhundert in Spanien brachte viele neue Produktionstechniken mit sich, so auch in der Töpferei. Exklusive Gefäße – genannt Lüsterware – wurden auf höchstem Niveau produziert. Zu den bekanntesten Formen gehörten Albarella, Teller, Schalen und Schüsselchen.
Auch in Elbing wurden drei (weitgehend) vollständige Exemplare (zwei Teller und ein Schüsselchen) geborgen sowie einige Fragmente von Albarella. Unser Exemplar wurde wahrscheinlich in Malaga hergestellt. Möglicherweise gelangte es als Geschenk für eine nahe stehende Person nach Elbing. Es ist mit blauer und braungoldener Glasur verziert. Im Zentrum befindet sich ein Stern, umgeben von einem symmetrisch angebrachten geometrischen Ornament.


Grazyna Nawrolska


Literatur: Alan CAIGER-SMITH, Lustre pottery. Technique, tradition and innovation in Islam and the Western World (New Amsterdam 1985), pp. 246.