Ptolemäische Weltkarte

Ptolemäische Weltkarte

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 06.01, S. 103.

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Ptolemäische Weltkarte

© Biblioteca Apostolica Vaticana, Cità del Vaticano


Pirrus de Noha, Italien, ca. 1414
Photoreproduktion; Original Höhe 18 cm, Breite 27 cm;
Blatt 8r in der Pergamenthandschrift der "Chorographie" des Pomponius Mela, Codex 31 des Archivio di San Pietro, Biblioteca Apostolica Vaticana

Mit der Übersetzung der "Kosmographie" des hellenistischen Astronomen Ptolemaeus ins Lateinische (durch Jacopo Angelo 1409) lagen den spätmittelalterlichen Geographen kartographische Weltbilder (Texte und Karten) vor, die nun auch für die praktischen Zwecke des Welt- und Fernhandels kopiert und ausgestaltet werden konnten. Unsere Karte des Pirrus de Noha "in stilo Ptolemaeico" wurde im Zuge einer Abschrift der "De chorographia libri tres" des Pomponius Mela als Illustration dieses nüchternen, um 43/44 nach Chr. entstandenen geographischen Abrisses angefertigt. Die ptolemäische Vorlage ist an dem von Land umschlossenen Indischen Ozean, dem "verlängerten" Mittelmeer und den Mondbergen an den Quellen des Nils ersichtlich. Überdies sind Einflüsse der damals bereits verbreiteten Portulane, der Karten für die Küstenschifffahrt, erkennbar.


Günther Hödl


Literatur: John B. HARLEY, The history of Cartography, Vol. 1: Cartography in prehistoric, ancient, and medieval Europe and the Mediterranean (Chicago 1987), Tafel 19. Vgl. auch S. 317, 357, 358, 379.
Anna-Dorothee van den BRINCKEN, Kartographische Quellen. Welt-, See- und Regionalkarten (= Typologie des sources du moyen âge occidental 51, Turnhout 1988).