Schleifstein

Schleifstein

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 05.18, S. 95.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Museum der Stadt Villach (Kärnten), ST/2-3702
Schleifstein

© Museum und Archiv der Stadt Villach (Ktn.)


13./14. Jahrhundert, Fundort Pogöriach
Durchmesser 39, Tiefe 11 cm; feinkörniger Sandstein, scheibenförmig rund, mittig quadratisches Achsenloch

Mittelalterlicher Judengrabstein aus feinkörnigem Sandstein, später zu einem Schleifstein umgearbeitet.
Der Inschriftrest lässt darauf schließen, dass der Grabstein einst für Elchanan, Sohn des Nachman, bestimmt war:
ein alter, untadeliger und aufrechter Mann
der auf makellosem Wege ging:
Herr Elchanan,
Sohn des Rab Nachman, sein Andenken zum Segen...
(Lesung Martha Keil)
Einige Fragmente jüdischer Grabsteine, meist solche, die als Baumaterial verwendet worden waren, kennen wir aus Villach-Judendorf. Eine direkte Datierung (26. Jahr des 6. Jahrtausends = 1265 nach christlicher Zeitrechnung) hat sich nur bei einem dieser Inschriftsteine erhalten. Das vorliegende, als Schleifstein zugerichtete Stück wurde 1976 in einer Bachrunse bei Pogöriach unweit von Judendorf aufgefunden, gelangte jedoch erst fünfzehn Jahre später in das Museum der Stadt Villach.


Dieter Neumann