Schmuckgürtel

Schmuckgürtel

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 05.10, S. 87.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Museum in Elbing (Polen), XXIV/547
Schmuckgürtel

© Kärntner Landesausstellungen (Agencja Foto-Studio Kołecki, Gdańsk)


15. Jahrhundert
Bodenfund Elbing, Latrine Hl.-Geist-Str. 22
Länge 94 cm, Breite 5,7 cm; Stärke 0,2-0,3 cm; Leder, Messing

Schriftliches und bildliches Material des Mittelalters zeugt von der Vielfalt der damaligen Gürtelmode: silberne, vergoldete, seidene, lederne Exemplare – oft wunderbar verziert mit Pinnen aus Bronze oder Messing. Sie waren eine reiche Betonung und Ergänzung der Kleidung (von Mann und Frau), aber auch wichtiges Ausstattungselement des Ritters. Sie schnürten Mäntel und Kleider gleichermaßen.
Ein besonderer Fund ist der im Originalzustand erhaltene Ledergürtel mit einem Meter Länge. Ein Ende schließt eine Messingschnalle, das andere ein rechteckiges "Kuvertblech". Der ganze Gürtel ist reich verziert: zwei Reihen runder Pinnen aus Bronze und 24 gestanzte Quadratbeschläge mit Kleeblattmotiv und einem Perlenornament. Weitere sechs rechteckige Plättchenergänzen den Zierrat. Das Stück ist ein Unikat in Polen und wurde wahrscheinlich aus Nordwesteuropa (Hansebereich) importiert.


Grazyna Nawrolska


Literatur: Danuta POPPE, Odziez, obunie, ozcloby. In: Historia Kultuty Materialnej Polski 2 (Warszawa 1978), ss. 304--305.