Schnabelschuh

Schnabelschuh

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 05.05, S. 83.

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Leihgeber: Bally Schuhmuseum (Schönenwerd, Schweiz), 3435
Schnabelschuh

© Bally Schuhmuseum, Schönenwerd (Schweiz)


Kopie. Original Österreich, um 1420
Länge 30 cm, Höhe 10 cm; Holz, Leder; angefertigt von Robert Kropf.

Schuhe mit langen Spitzen waren eine Modeerscheinung in adeligen und bürgerlichen Kreisen des Spätmittelalters.
Die Kunst der Gotik fand auch in der Mode ihren Niederschlag: so im Spitzhut und im Schnabelschuh. Die Idee wurde von Kreuzfahrern aus dem Orient ins Abendland gebracht. Im reichen Burgund werden diese überlangen Fußbekleidungen zuerst getragen, bevor die Welle auch die östlichen Länder Europas erfasst. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts setzt sich eine neue Mode durch: Die Spitze des Schuhwerks wird rund und breit ausladend ("Kuhmaul").
Der Schnabelschuh, der zeit seines Auftretens im Kreuzfeuer der klerikalen Predigten und herrschaftlichen Kleiderordnungen stand, war ein Repräsentationsschuh für Adel, Patrizier und Stadtbürger gleichermaßen, nur die Länge für die Stände war von der Obrigkeit vorgeschrieben. Als Arbeitsschuh war er schon wegen seines ausladenden Vorderteils nicht zu gebrauchen.


Barbara Maier


Literatur: Die Kuenringer. Das Werden des Landes Niederösterreich. Niederösterreichische Landesausstellung im Stift Zwettl, vom 16. Mai bis 26. Oktober 1981. Redigiert von Herwig Wolfram, Karl Brunner, Gottfried Stangle (= Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums 110, Wien 1981), S. 589 (Gerhard Jaritz).