Stadtrichterstab

Stadtrichterstab

In: Schauplatz Mittelalter Friesach. Kärntner Landesausstellung 2001. Bd. II: Katalog (Die Stadt im Mittelalter. Eine kulturhistorische Ausstellung im Fürstenhof zu Friesach 2001). Herausgegeben vom Land Kärnten. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Günther Hödl. Redigiert von Barbara Maier. – Klagenfurt: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Kultur 2001. 311. 8°. Objekt-Nr.: 04.03, S. 63.

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Leihgeber: Stadtmuseum Wels (Oberösterreich), 18336
Stadtrichterstab

© Stadtmuseum Wels (O.Ö.)


Wels, Ende 17. Jahrhundert
Länge 41 cm; Holz, Silber

Der Stab – wohl ein stilisiertes Schwert – ist Zeichen und Symbol der richterlichen Gewalt. Im Rohr steckten Holzstäbe, die man über dem Kopf des Verurteilten brach.
Ursprünglich war der Stab ein Werkzeug der Züchtigung und diente – als Hirtenstab – der Beherrschung der Herde. Daraus entwickelte sich ein Herrschaftssymbol, das vielfältige Formen annahm, vor allem aber zum Zeichen des Richters wurde. Er eröffnete das Gericht, indem er den Stab in die Hand nahm und ihn als Zeichen für das Ende einer Versammlung wieder niederlegte. Auch war es üblich, den Gerichtseid an diesem Stab zu leisten. Bei der Verhängung von Todesurteilen wurde über dem Kopf des Delinquenten ein Holzstab gebrochen und dessen Stücke vor seine Füße geworfen. Davon leitet sich unser Spruch ab "über jemanden den Stab brechen". Der schwarze, lacküberzogene Holzstab endet in abschraubbaren, durchbrochenen, fein ziselierten Silberkapseln.


Ingeborg Micko


Literatur: Tausend Jahre Oberösterreich. Das Werden eines Landes. Ausstellung des Landes Oberösterreich vom 29. April bis zum 26. Oktober 1983 in der Burg zu Wels, Bde. 1-2. Bd. 2: Katalogteil. Red. von Dietmar Straub (Linz 1983), S. 378.
Ausst.-Kat. Stadtgeschichte, Mittelalter- Barock, Stadtmuseum Wels, 29. Jb. des Musealvereines Wels 1991/92, hg. v. Kurt Holter, Wels 1993, S.60.