Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723)

Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723)

In: Prinz Eugen und das barocke Österreich. Katalog der Ausstellung der Republik Österreich und des Landes Niederösterreich in den Marchfeldschlössern Schloßhof und Niederweiden vom 22. April bis 26. Oktober 1986. Redigiert von Karl Gutkas. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 170. – Wien: Kuratorium zur Veranstaltung der Ausstellung 1986. XXXI, 479. 8° Objekt-Nr.: 21.67, S. 465.

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Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723)

© Österreichische Nationalbibliothek, Wien


Photo/Leinwand des Porträts in der Camera praefecti der Österreichischen Nationalbibliothek.

Nach anfänglich bildhauerischer Ausbildung und langjährigen Studien im Kreise der Bernini-Werkstatt in Rom kam Fischer 1686 in die Heimat zurück, gerade rechtzeitig, um die Genese des österreichischen Barocks bahnbrechend und richtungsweisend zu beeinflussen. 1688 entstand sein aufsehenerregender erster Entwurf für Schloß Schönbrunn (siehe "1. Projekt für Schloß Schönbrunn"), dem die Ernennung zum Architekturlehrer des Königs von Ungarn folgte. 1706 wurde dem geadelten Künstler die Oberinspektion der Hofgebäude übertragen. In den folgenden Jahren entstand der "Entwurf einer Historischen Architektur", mit dem Fischer sein umfassendes Weltbild der Baukunst unter Einschluß der eigenen Werke präsentiert. In diesem Sinn streben auch seine Entwürfe in Kenntnis aller historischen und modernen Möglichkeiten die absolute Lösung an, wobei sich Stiltendenzen des römischen Hochbarocks, der französischen Frühklassik und Klassik, aber auch des palladianischen Klassizismus vereint finden. Seine Kompositionen sind in ihrer machtvollen Formensprache repräsentativer Ausdruck der von den Habsburgern und einer "national" gesinnten Gruppe des Hochadels getragenen Reichsidee, wodurch auch der Kreis seiner Auftraggeber definiert ist. Für die österreichische Barockbaukunst war Johann Bernhard Fischer bis zur Jahrhundertwende, ehe ihm in Hildebrandt ein ernstlicher Rivale erwuchs, mit Abstand die wichtigste Künstlerpersönlichkeit.


Wilhelm Georg Rizzi

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Literatur: Hans AURENHAMMER, Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723). Katalog der Ausstellung 1956/57 in Graz, Salzburg und Wien (Graz/Salzburg/Wien 1956).
Hans SEDLMAYR, Johann Bernhard Fischer von Erlach (Wien/München ²1976).