Kopfreliquiar

Kopfreliquiar

In: 1000 Jahre Babenberger in Österreich. Katalog der Niederösterreichischen Jubiläumsausstellung im Stift Lilienfeld vom 15. Mai bis 31. Oktober 1976. Veranstaltet vom Bundesland Niederösterreich. Bearbeitet von Erich Zöllner, Karl Gutkas, Gottfried Stangler, Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 66. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1976. XXIII, 774. 8°. Objekt-Nr.: 277, S. 244.

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Leihgeber: Benediktinerstift Melk (Niederösterreich), Sammlungen des Stiftes
Kopfreliquiar

© Foto Herbert Fasching, Wilhelmsburg


Alpenländische Arbeit (?); 13. Jahrhundert. Kupfer vergoldet. KaltemailIierung aus dem 17. Jahrhundert; Halbedelsteine; Höhe 23 cm.

Die getriebenen Kupferplatten und Ohren sind separat gearbeitet und zusammengenietet, der Hals sitzt in einem schmalen Standring, der mit Halbedelsteinen besetzt ist; von der Krone fehlt eine Palmette, in der Krone ist ein aufklappbarer Deckel mit Scharnieren, die Gravierungen am Deckel wurden im späten 13. Jahrhundert nachträglich angebracht.
Das Reliquiar stellt eine weibliche Heilige mit königlichem Rang dar. Die Kopfform sollte den Kopf des Heiligen ersetzen, von dem im Innern nur ein Teilstück aufbewahrt wurde. Die geringe Qualität des Stückes läßt nur schwer eine genaue zeitliche und örtliche Zuordnung zu. Welche Heilige durch das Reliquiar dargestellt wird, und wie dieses nach Melk kam, ist ebenfalls unbekannt. Vermutlich gehörte es schon sehr früh zum Melker Klosterschatz, sichere Hinweise dafür fehlen jedoch.




Literatur: Joseph BRAUN, Die Reliquiare des christlichen Kultes und ihre Entwicklung (Freiburg i. Br. 1940), S. 413.
Jakob Prandtauer und sein Kunstkreis. Ausstellung zum 300. Geburtstag des großen österreichischen Baumeisters. Stift Melk, Österreich, 14. Mai bis 23. Oktober 1960. Veranstaltet von der Stadtgemeinde Melk. Hrsg. von Rupert Feuchtmüller (Wien 1960), S. 126, Nr. 68.
Romanische Kunst in Österreich. Ausstellung, veranstaltet von der Stadtgemeinde Krems an der Donau, 21. Mai bis 25. Oktober 1964, Minoritenkirche Krems-Stein. Redigiert von Harry Kühnel (Wien 1964), S. 177, Nr. 125.