Kopialbuch des Hochstiftes Freising

Kopialbuch des Hochstiftes Freising

In: 1000 Jahre Babenberger in Österreich. Katalog der Niederösterreichischen Jubiläumsausstellung im Stift Lilienfeld vom 15. Mai bis 31. Oktober 1976. Veranstaltet vom Bundesland Niederösterreich. Bearbeitet von Erich Zöllner, Karl Gutkas, Gottfried Stangler, Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 66. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1976. XXIII, 774. 8°. Objekt-Nr.: 1334, S. 757.

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Leihgeber: Bayerisches Hauptstaatsarchiv (München, Deutschland)
Kopialbuch des Hochstiftes Freising

© Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München


HL Freising 3 c, 475 x 315 mm, 125 Pergamentblätter.
Das Kopialbuch, das Abschriften von Urkunden des Hochstiftes Freising enthält, wurde 1187 von dem "sacrista et canonicus" der Freisinger Kirche Konrad angelegt. Damals war Otto von Berg, der sich auch nach der Familie seiner Mutter von (Andechs-)Dießen nannte, Bischof (1184-1220); er ließ den Codex fortsetzen.
Aufgeschlagen: Blatt 115v-116r sowie ein Farbphoto von Blatt 119r.

Die farbigen Porträts in den Medaillons von 50-60 mm Durchmesser stellen die Reihe der Freisinger Bischöfe bis auf Otto (I.) dar. Neben der ältesten bildlichen Darstellung des berühmten Geschichtsschreibers findet sich das Distichon:
Prudens facundus nulli ratione secundus
Voce premendo lupos liberat Otto suos
(Gebildet, beredt, an scharfem Verstand keinem unterlegen, hält Otto nur mit seinem Wort die Wölfe nieder und befreit die Seinen).
Das Farbbild von folio 119r zeigt Friedrich I. Barbarossa, dem Otto seine Geschichtswerke gewidmet hat.


Heide Dienst


Literatur: Hermann WATZL, Fragen um einen Kult Ottos von Freising. In: Analecta Sacri Ordinis Cisterciensis 14 (1958), S. 227f. mit Taf. II Abb. 3 (nach S. 280).
Otto von Freising, Gedenkgabe zu seinem 800. Todesjahr. Hrsg. von Joseph Anton Fischer (= Sammelblatt des Historischen Vereins Freising 23, Freising 1958), Taf. 1. (weitere Abb.)