Heiliger Koloman

Heiliger Koloman

In: 1000 Jahre Babenberger in Österreich. Katalog der Niederösterreichischen Jubiläumsausstellung im Stift Lilienfeld vom 15. Mai bis 31. Oktober 1976. Veranstaltet vom Bundesland Niederösterreich. Bearbeitet von Erich Zöllner, Karl Gutkas, Gottfried Stangler, Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 66. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1976. XXIII, 774. 8°. Objekt-Nr.: 1122, S. 668.

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Leihgeber: Prälaturkapelle Melk (Niederösterreich)
Heiliger Koloman

© Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Krems (Foto C. Tarcsay)


Tempera auf Holz, 61 x 105 cm.
Das Bild gehört mit 5 anderen zu einem ehemaligen Flügelaltar, den der Melker Abt Sigismund Thaler (1504-29) in der Prälaturkapelle aufstellen ließ. Die Fragmente wurden Ende des 18. Jahrhunderts wieder zusammengesetzt. Auf dem Bild Christi befindet sich die Jahreszahl 1526. Der Künstler ist ein unbekannter oberdeutscher Meister.

Wie die anderen Heiligen ist auch Koloman als Halbfigur auf einfarbigem Hintergrund mit goldenem Nimbus dargestellt. Das Bild ist nach oben abgerundet mit goldfarbenen Renaissancegirlanden. Koloman ist dargestellt als Mann mittleren Alters, mit schönem Vollbart und langem Haar, das unter dem hinteren Rand des weißen Pilgerhutes hervorquillt. Er trägt einen roten Umhang und ein braunes Gewand mit grünen Ärmelaufschlägen. Die rechte Hand ist wie zum Segensgestus erhoben, in der linken Hand hält er die aus Zweigen geflochtene Schlinge - sein kennzeichnendes Attribut. Diese Art der Darstellung scheint für diese Zeit (nach 1500) vorherrschend gewesen zu sein. Als Vergleich dazu sei hingewiesen auf die Ganzfigur Kolomans auf einem Flügelaltar im Stiftsmuseum Herzogenburg und in der Pfarrkirche Waldburg bei Freistadt Oberösterreich, sowie auf den Kupferstich in dem Kolomanbuch von G. Deppisch (1743). Dieser Stich zeigt das ehemalige Altarbild aus der Burgkapelle von Aggstein (Wachau), die den heiligen Georg und Koloman geweiht war.




Literatur: Die Denkmale des politischen Bezirkes Melk. Bearb. von Hans Tietze (= Österreichische Kunsttopographie 3, Wien 1909), S. 298.
Topographie von Niederösterreich, Bd. VI.: Alphabetische Reihenfolge und Schilderung der Ortschaften in Niederösterreich. Hrsg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Wien 1909), S. 495.
Jakob Prandtauer und sein Kunstkreis. Ausstellung zum 300. Geburtstag des großen österreichischen Baumeisters. Stift Melk, Österreich, 14. Mai bis 23. Oktober 1960. Veranstaltet von der Stadtgemeinde Melk. Hrsg. von Rupert Feuchtmüller (Wien 1960), S. 121, Nr. 63.
Franz EPPEL, Die Wachau. Nibelungen- und Strudengau. Ihre Kunstwerke und historische Kultur (Salzburg 1964), S. 153.
Abb.: Kunstverlag Ettal/Obb., Bild Nr. 769.