Ladislaus Sunthaym: Geschichte der Babenberger

Ladislaus Sunthaym: Geschichte der Babenberger

In: 1000 Jahre Babenberger in Österreich. Katalog der Niederösterreichischen Jubiläumsausstellung im Stift Lilienfeld vom 15. Mai bis 31. Oktober 1976. Veranstaltet vom Bundesland Niederösterreich. Bearbeitet von Erich Zöllner, Karl Gutkas, Gottfried Stangler, Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 66. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1976. XXIII, 774. 8°. Objekt-Nr.: 1113, S. 661.

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Leihgeber: Augustinerchorherrenstift Klosterneuburg (Niederösterreich), Stiftsmuseum
Ladislaus Sunthaym: Geschichte der Babenberger

© Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Krems (Foto C. Tarcsay)


Pergament, reich illuminiert, 81 x 63 cm.
Klosterneuburg, 1491.
Aus einer Reihe von 8 Blättern sind die Blätter 5 und 6 ausgestellt. Zu sehen ein Detail von Blatt 5.

Zur selben Zeit, da der Text des Ladislaus Sunthaym in Basel gedruckt wurde, ließ ihn das Stift Klosterneuburg auf 8 große Pergamentblätter schreiben und prachtvoll illuminieren. Der anonyme "Illuminist" erscheint in einem Rechnungsbuch des Jahres 1491. Dieselbe Jahreszahl findet sich auf dem ersten Blatt. Die acht "Sunthaym-Tafeln" waren am Grab des heiligen Leopold sichtbar ausgehängt.
Nr. 1113 a.: Das fünfte Blatt der Serie enthält die Geschichte Herzog Friedrichs II. Die Initiale D in der rechten Spalte zeigt den Tod des Herzogs in der Schlacht. Die große Initiale G am Schluß vereinigt die Persönlichkeiten, die mit der Heiligsprechung Leopolds III. zu tun hatten: Papst Innozenz VIII., Kaiser Friedrich III., König Maximilian I., Propst Jakob Paperl von Klosterneuburg und möglicherweise Sunthaym. Im Rankenwerk am unteren Bildrand erscheint das Wappen des Stiftes Klosterneuburg, der österreichische Bindenschild und das persönliche Wappen Ladislaus Sunthayms.
Nr. 1113 b.: Auf dem sechsten Blatt der Serie beginnt die Geschichte der Babenberger-Frauen. Die große Initiale R ist Rikchard, der Gattin Markgraf Leopolds I., gewidmet. In ihrem unteren Teil ist die Hochzeit des Markgrafenpaares dargestellt, darüber Leopold I., wie er in sein neugewonnenes Land einreitet. Ganz oben sieht man die Anreise seiner Braut, die Sunthaym irrigerweise aus Braunschweig kommen läßt. In den Initialen des Blattes ist die jeweils behandelte Frau als Brustbild sichtbar. Eine Initiale wurde später ausgeschnitten und durch ein minderwertiges Aquarell ersetzt.



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Literatur: Fritz EHEIM, Ladislaus Sunthaym. In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 57 (1959), S. 53ff.
Floridus RÖHRIG, Der Babenberger-Stammbaum im Stift Klosterneuburg (Wien 1975).