Heiliger Johannes Kapistran

Heiliger Johannes Kapistran

In: 800 Jahre Franz von Assisi. Franziskanische Kunst und Kultur des Mittelalters. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung in Krems-Stein, Minoritenkirche, vom 15. Mai bis 17. Oktober 1982. Redigiert von Harry Kühnel, Hanna Egger, Gerhard Winkler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 122. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1982. XXVIII, 775. 8°. Objekt-Nr.: 10.63, S. 589.

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Leihgeber: Národni Galerie (Prag, Tschechische Republik), O 7576
Heiliger Johannes Kapistran

© Nationalmuseum Prag


Thomas Burgkmair, um 1490.
Lindenholz, 27,5 x 18, 5 cm.

Die Tafel zeigt den Prediger im Profil; die beiden Hände ruhen auf der Brüstung. Am oberen Bildrand befindet sich die Inschrift PRV?DER IOHANNES CAPISTRANVS ZC 1452. Auf der Rückseite findet sich eine alte, von Burgkmair stammende Inschrift: "Pruder Johannes Capistranus / Aus Arnicio dem stetlin gebor(en) / nit weyt von dem Adler ge- / legen. S. franciscen Ordens vnd / Ain Jünger Sant bernhardinus / Der hatt hie zu Augspurg auf / Dem franhof In lattein gepre- / Diget nach malen zu deytsch / sein Junger vnd alle freyd Er- / nider gelegt vnd daw selbst / Die schliten karten spilbret / vnd solichs alles verprent / Als man zählt MCCCC lii jar / In dem herpst manat vor / Michahely / Das hat gesechen auch / thaman burgkmair / maler ist VIII jar / alt gewesen."
Das Bildnis geht vielleicht auf eine italienische Bildnisaufnahme, eventuell eine Medaille, zurück. Die Vorlage ist nach der Inschrift auf der Tafel in die Zeit um 1452 anzusetzen. Der Künstler muß den Prediger 1452 in Augsburg erlebt haben.


Elisabeth Vavra


Literatur: Ernst BUCHNER, Das deutsche Bildnis der Spätgotik und der frühen Dürerzeit (= Denkmäler deutscher Kunst, Berlin 1953), S. 86, 199.