Quadrant

Quadrant

In: Ausstellung Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt. Katalog der Ausstellung in St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt, vom 28. Mai bis 30. Oktober 1966. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Schriftleitung Peter Weninger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 29. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturreferat 1966. 436. 8°. Objekt-Nr.: 228, S. 396.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe, 166
Quadrant

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Süddeutsch, 1438.
Elfenbein, 9,1 x 8,7 cm.

Durch die Vokalfiguration "AEIOU" als Eigentum Herzogs Friedrich V. (des späteren Kaisers Friedrich III.) gekennzeichnet. Die Vorderseite dieses Quadranten zeigt das Kurvennetz für die Stunden von 5 bis 12 und von 12 bis 7, geschnitten von den Kurven der Tierkreiszeichen, und in der Ecke das Schattenquadrat. Das Zifferblatt an der Rückseite gibt den Tier- und den Jahreskreis sowie die 28 Mondtage an; zwei darüber kreisende, von der Hand zu betätigende Scheiben indizieren das Mondalter und die Sonnenlänge. Der Konstruktion dieses Quadranten liegt offenbar ein Entwurf des Wiener Astronomen Johannes von Gmunden (geboren vor 1385, gestorben 1442) zugrunde, der in einer im Jahre 1434 angefertigten Abschrift des Gmundenschen Werkes über den Sonnenquadranten erhalten ist.


Erwin Neumann


Literatur: Rudolf KLUG, Johannes von Gmunden, der Begründer der Himmelskunde auf deutschem Raum. In: Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, philosophisch-historische Klasse 222 (1943), 4. Abhandlung, S. 26.
Alphons LHOTSKY, Die sogenannte Devise Kaiser Friedrichs III. und sein Notizbuch, Cod. Vind. Palt. n. 2674. In: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen in Wien NF XIII (Wien 1944), S. 72.
Ernst ZINNER, Deutsche und niederländische astronomische Instrumente des 11. bis 18. Jahrhunderts (München 1956), S. 322f.