© Foto Mayer, Wien
Venezianisch (?), nach 1408 und vor 1444.
Blauer Samt, applizierte Goldstickerei, 93 cm hoch, 140 cm breit.
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Auf dem blauen Samt sind in regelmäßiger Streuung goldgestickte Flammenkreuze appliziert, in ihren Balken die Inschrift ,,O quam misericors est deus, iustus et paciens". Das Flammenkreuz mit dieser Devise ist eines der beiden Embleme der im Jahre 1408 von König Siegmund von Ungarn (dem späteren Kaiser Siegmund) gegründeten "Gesellschaft vom Drachen". Es ist daher dieses Textilstück Fragment eines Ausstattungsstückes für den ungarischen Drachenorden, vielleicht Rest einer Ordensrobe. In die Mitte des Stoffes ist nachträglich die Devise Kaiser Friedrichs III. appliziert: "a. e. i. o. v. /1444". Friedrichs Vater, Herzog Ernst, war am 16. Februar 1409 dem Drachenorden beigetreten; ob Friedrich selbst Mitglied dieser Gesellschaft war, ist nicht bekannt. Es wäre aber auch nicht ausgeschlossen, daß es sich hier um ein Objekt aus dem Besitz Kaiser Siegmunds selbst handelt. Früher wurde der Stoff als Rest eines Altar- oder Prozessionsbaldachins bezeichnet. Dieser Stoff wurde, zusammen mit einem Kelch (Kunsthistorisches Museum, Wien, Geistliche Schatzkammer, Inv. Nr. B 1), am 30. Dezember 1831 aus der Sakristei der Georgskapelle der Wiener Neustädter Burg in die Schatzkammer übernommen.
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