Deckelpokal

Deckelpokal

In: Ausstellung Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt. Katalog der Ausstellung in St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt, vom 28. Mai bis 30. Oktober 1966. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Schriftleitung Peter Weninger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 29. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturreferat 1966. 436. 8°. Objekt-Nr.: 224, S. 395.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe, 6896
Deckelpokal

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Die Bergkristallteile vermutlich burgundisch, 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Fußteil süddeutsch oder österreichisch, 1449, die Fassung des Mundrandes und des Deckels österreichisch (Graz?), 1564.
Bergkristall, die Fassung vergoldetes Silber, 25,7 cm hoch.

Die Vokalfiguration "AEIOV" und die Jahreszahl 1449, die sich am Fuß befinden, weisen dieses Gefäß als Besitz Kaiser Friedrichs III. aus. Wahrscheinlich über Kaiser Maximilian I. kam es an Kaiser Ferdinand I., der es seinem Sohn Erzherzog Karl II. (von Innerösterreich) vererbte. Dieser schenkte es im Jahre 1564 seinem Hofmeister Caspar Freiherrn zu Herberstein mit der Auflage, daß es stets im Mannesstamm seiner Familie vererbt werden möge. Die Nachricht über diese Schenkung und die mit ihr verbundenen Bedingungen werden in der Inschrift auf der oberen Fassung des Gefäßes berichtet ("MIT ERBSCHAFT: AN · KAISER · FERDINAND · DEM ERSTEM · KAM · ICH · SEIN · SVN ·/ ERZHERZOG · KARL · ZV · ESTERREICH · VERSCHENCKHT · MICH · SEINEM · HOFMA/STER· CASPERN · FREIHERRN · ZV · HERBERSTAIN · MIT · DEM · NAMEN · DAS · ICH · ZV · / GEDECHTNVS · BLEIBEN SOLL · EWIG · BEI · DEM · MANSTAMEN 1564"). Der Pokal gelangte als Schenkung der Gräfin Zichy aus dem Nachlaß ihres Gemahls in die kaiserlichen Sammlungen.




Literatur: Goldschmiedearbeiten des Mittelalters, der Renaissance und des Barock, Bd. 1: Arbeiten in Gold und Silber. Beschreibender Katalog. Bearbeiter von Ernst Kris (= Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien 5, Wien 1932), Nr. 8.
Hans WENTZEL, Die Monolithgefäße aus Bergkristall. In: Zeitschrift fur Kunstwissenschaft 8 (1939), S. 281ff.
Hans WENTZEL, Bergkristall. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 2 (Stuttgart/Waldsee 1948), S. 275-298.
Hans WENTZEL, Glittica. In: Enciclopedia universale d'arte, Bd. VI. (Venezia [u.a.] 1958), col. 267-306.
Kunsthistorisches Museum Wien. Katalog der Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe, Bd. 1: Mittelalter (= Führer durch das Kunsthistorische Museum 9, Wien 1964), S. 12, Nr. 28.