Prunkstreitkolben

Prunkstreitkolben

In: Ausstellung Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt. Katalog der Ausstellung in St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt, vom 28. Mai bis 30. Oktober 1966. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Schriftleitung Peter Weninger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 29. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturreferat 1966. 436. 8°. Objekt-Nr.: 189, S. 378.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Waffensammlung - Aus Ambras, A 162
Prunkstreitkolben

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Süddeutsch, um 1470.

Ein Stück von einem Streitkolbenpaar, ganz aus Messing gegossen. Durchbrochene Ummantelung in Form gotischer Architektur, besetzt mit Krabben und Kreuzblümchen. Kopf mit sechs Schlagblättern. Im hohlen Schaft befanden sich vermutlich einst die jetzt verlorenen Spielsteine. Der dicke abschraubbare Griffteil mit zwei Handschutzscheiben bildet das Futteral für ein zusammenlegbares Spielbrett aus graviertem Messing. Unten am Handgriff das Fragment eines Kompasses, kombiniert mit Sonnenuhr. Der darüber schraubbare Unterabschluß in Form einer Blattknospe fehlt.
Als Kommandoabzeichen verwendete Waffe, Vorläufer des Marschallstabes. Da sich in der habsburgischen Rüstkammer zwei gleiche Stücke erhalten haben, dürfte es sich hier um Streitkolben Friedrichs III. und seines Sohnes Maximilian I. handeln, die 1474 gemeinsam den Reichsfeldzug zum Entsatz von Neuß (bei Köln) leiteten, welches durch Herzog Karl dem Kühnen von Burgund belagert wurde.




Literatur: Ortwin GAMBER, In: Maximilian I. 1459-1519. Katalog der Ausstellung vom 23. Mai bis 30. September 1959 in der Österreichischen Nationalbibliothek, der Graphischen Sammlung Albertina und der Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien. Red. von Franz Unterkircher (= Biblos-Schriften 23, Wien 1959), S. 153.
Bruno THOMAS, Ortwin GAMBER, Hans SCHEDELMANN, Die schönsten Waffen und Rüstungen aus europäischen und amerikanischen Sammlungen (Heidelberg/München 1963), Taf. 8