Hochmeister-Schwert des St. Georgs-Ordens

Hochmeister-Schwert des St. Georgs-Ordens

In: Ausstellung Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt. Katalog der Ausstellung in St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt, vom 28. Mai bis 30. Oktober 1966. Herausgegeben vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Schriftleitung Peter Weninger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 29. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturreferat 1966. 436. 8°. Objekt-Nr.: 170, S. 368.

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Leihgeber: Landesmuseum für Kärnten (Klagenfurt)
Hochmeister-Schwert des St. Georgs-Ordens

© Fritz Fischer, Klagenfurt


Süddeutsch, datiert 1449

Vergoldeter Griff: Scheibenknauf, darin eingelassen ein emailliertes Medaillon mit dem Wappen des ersten Hochmeisters Johann Siebenhirter (regierte 1469-1508), auf der anderen Knaufseite die Datierung. Metall-Handgriff mit geschnürltem Nodus und graviertem Rankenwerk. Geschwungene Parierstange mit Inschrift "AVE MARIA GRACIA PLENA". Das Regenleder in Metall imitiert und mit einer Deckhülse kombiniert. Keilförmige Stichklinge italienischer Art mit hohem Grat und Schmiedemarke (Kreuz auf Berg). Am Klingenansatz zerstörte Heiligenfiguren in Goldschmelz. Lederscheide mit vergoldeter Einfassung und profilierten Zwingen. Die Einfassungsränder mit Kreuzblümchen besetzt, am gravierten Ortband St.-Georgsfigur. In der Gesamtanlage dem vorangehenden Schwert Friedrichs III. verwandt. Im 19. Jahrhundert. von der Pfarre Millstatt dem Historischen Verein in Klagenfurt verkauft.
Amts- und Zeremonienschwert des Johann Siebenhirter, ersten Hochmeisters des St.-Georgs-Ritterordens. Dieser Orden wurde 1468 von Kaiser Friedrich III. zum Kampf gegen die Türken gegründet und ihm das ehemalige Benediktinerkloster Millstatt als Sitz angewiesen. Papst Paul II. bestätigte 1469 diese Stiftung. Um den Orden zu stärken, vereinigte ihn der Kaiser 1479 mit dem Bistum Wiener Neustadt und übergab ihm auch die Marienkapelle der Burg, die seither St. Georgskirche heißt. Ordenskleid und Fahne waren weiß, mit einem roten Kreuz. Der Orden verfiel rasch, ohne jemals größere Bedeutung gewonnen zu haben. Sein dritter und letzter Hochmeister, Wolfgang Prantner, starb 1541. 1598 wurde der Orden von Erzherzog Ferdinand (dem späteren Kaiser Ferdinand II.) endgültig aufgelöst.


Ortwin Gamber


Literatur: Joseph Ritter von BERGMANN, Der St.-Georgs-Ritterorden vom Jahre 1469-1579. In: Mitteilungen der Kaiserlich-Königlichen Central-Commission 13 (1868), S.169ff.
Gottlieb Frhr. von ANKERSHOFEN, Kärntens älteste kirchliche Denkmalbauten, II. In: Jahrbuch der K. K. Central-Commission, Bd. 4 (Wien 1860), S. 88ff.