Tellurium

Tellurium

In: Mensch und Kosmos. Katalog der Oberösterreichischen Landesausstellung im Schloßmuseum Linz vom 7. Mai bis 4. November 1990. Herausgegeben von Wilfried Seipel. Kataloge des Oberösterreichischen Landesmuseums. N.F. 33. – Linz: Land Oberösterreich, Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kultur 1990. 198. 8°. Objekt-Nr.: 96, S. 97.

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Leihgeber: Hessisches Landesmuseum-Staatliche Kunstsammlungen (Kassel, Deutschland), A 31
Tellurium

© Hessisches Landesmuseum-Staatliche Kunstsammlungen, Kassel


Messing, Eisen, Holz
Durchmesser der Ekliptik: 69 cm
Durchmesser der Armillarsphäre: 32 cm
Durchmesser der Erdkugel: 10 cm
Willem Janszoon Blaeu

Das im astronomisch-physikalischen Kabinett Kassel aufbewahrte Tellurium gehört zu den frühesten Versuchen, die Erdbewegung um die Sonne mechanisch darzustellen. Schon Johannes Kepler verfertigte 1596 eine Zeichnung zur Herstellung eines Kleinplanetariums in einem halbkugeligen Glasbecher, das jedoch nie zur Ausführung gelangte. Um 1630 sollte W. Schickhart aus Tübingen ein kleines Handgerät zur Darstellung des Erdumlaufes um die Sonne unter Berücksichtigung des Mondes anfertigen, dessen von V. L. Mackensen angefertigte Nachbildung nach einer Darstellung auf dem Gemälde Schickharts in Tübingen ebenfalls in unserer Ausstellung zu sehen ist. Willem Janszoon Blaeu verfertigte mehrere Geräte zur Darstellung der Erdbewegung, von denen einige bis heute erhalten sind. Das hier gezeigte Tellurium zeigt eine kleine Erdkugel, die mit zwölf Kupferstichsegmenten beklebt ist und die von einer Horizontplatte innerhalb einer Armillarsphäre aus Messing- und Holzringen umgeben ist. Die Armillarsphäre sitzt ihrerseits auf einer Holzplatte auf, die sich um eine Scheibe dreht, in deren Mittelpunkt ein 25 cm hoher Stab ursprünglich wohl die Sonnenkugel trug. Somit veranschaulicht das Tellurium die Jahresbewegung der Erde um die Sonne.


Wilfried Seipel


Literatur: Ludolf von MACKENSEN, Die erste Sternwarte Europas mit ihren Instrumenten und Uhren. 400 Jahre Jost Bürgi in Kassel ( = Schriften zur Naturwissenschafts- und Technikgeschichte 1, München 2. Aufl. 1982), S. 150, Nr. 34.
Ernst ZINNER, Deutsche und niederländische astronomische Instrumente des 11. - 18. Jahrhunderts (München 1956), S. 43, S. 252.