Burg Güssing, Ansicht von Süden

Burg Güssing, Ansicht von Süden

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: XII 5, S. 326.

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Leihgeber: Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Codex 8622, fol. 65
Burg Güssing, Ansicht von Süden

© Österreichische Nationalbibliothek, Wien


Photo aus Johann Ledentu, Regni Hungariae confinia delineata 1639.
Lavierte Feder - Zeichnungen auf Papier, 45 x 27 cm.
Photos.

Die Darstellung des kaiserlichen Miniatur- und Hofmalers in seinem Auftragswerk zeigt den Zustand der Burg während des unter Adam I. Batthyány durch die Wiener (italienischen) Baumeister Giovanni Battista Orsolini, Simone und Carlo Retacco, Filiberto Lucchese u.a. durchgeführten großzügigen Ausbaus im Renaissancestil zu einer mächtigen Bergfestung, die als Bollwerk in der Abwehr der Türken dienen sollte. In der Burg waren
zeitweilig mehrere hundert Mann eines grundherrlichen Privatheeres ("familia") ständig untergebracht; dieses Privatheer diente der Überwachung des zwischen Plattensee und Drau liegenden Abschnittes der türkischen Militärgrenze, der sogenannten "Kanisischen Grenze". Die Abbildung der Burg ist - abgesehen von der anläßlich der Restaurierung der vor kurzem im Ujlaky-Turm entdeckten, vielleicht auf Güssing zu beziehenden Mauerritzzeichnung aus dem 15. Jahrhundert - die älteste; auf ihr beruhen einige spätere Darstellungen.


Harald Prickler


Literatur: Tibor KOPPÁNY, Batthyány I. Ádám építkezései 1629-1659 (Die Bauten Adams I. Batthyány 1629-1659). Történelmi Szemle (Budapest 1984), S. 539ff.
Vera ZIMÁNYI, Privatheere der Großgrundbesitzer und Gutsherren im 16. und 17.Jahrhundert (am Beispiel der Batthyány) (= Burgenländische Forschungen SB. VII, Eisenstadt 1984), S. 442ff.
Vera ZIMÁNYI, Der Bauernstand der Herrschaft Güssing im 16. und 17. Jahrhundert (= Burgenländische Forschungen 46, Eisenstadt 1962, passim).