Das kleinere Trinkhorn des ungarischen Königs Sigismund

Das kleinere Trinkhorn des ungarischen Königs Sigismund

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: X 49, S. 312.

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Leihgeber: Keresztény Múzeum / Christliches Museum (Esztergom, Ungarn), 1964.18.1,2
Das kleinere Trinkhorn des ungarischen Königs Sigismund

© Keresztény Múzeum, Esztergom


Deutsch, um 1408.
Ur-Rindhorn, Fassung aus vergoldetem Silber.

In der adligen Repräsentationskultur haben Trinkgefäße aus Edelmetall einen besonders hohen Stellenwert. Sie dienten häufig als Willkommbecher, gleichzeitig auch als besonderer Schmuck auf einer festlichen Tafel. Diese Funktionen erfüllte auch das vorliegende Trinkhorn, das vom Großmeister des Deutschen Ritterordens im Jahre 1408 Sigismund, damals König von Böhmen und Ungarn, geschenkt wurde. Sigismund gab diesen Pokal an den Erzbischof von Gran/Esztergom György Paloczy (gestorben 1439) weiter, wodurch das Horn schließlich in den Domschatz gelangte. Das Horn ruht auf drei Greifenfüßen, an der Spitze ist die Statuette des heiligen Georg angebracht. Zu beiden Seiten des Gürtelringes finden sich zwei Adlerwappen. Die Nielloplatte mit dem Bild des heiligen Johannes des Täufers und der Schmuck des Deckels sind Ergänzungen des 19. Jahrhunderts.


Ernst Englisch, Karl Vocelka