König Ladislaus der Heilige (1077-1095) im Zweikampf gegen den Kumanen-Khan Kupulch

König Ladislaus der Heilige (1077-1095) im Zweikampf gegen den Kumanen-Khan Kupulch

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: IX 7, S. 292.

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König Ladislaus der Heilige (1077-1095) im Zweikampf gegen den Kumanen-Khan Kupulch

© Burgenländisches Landesarchiv und Burgenländisches Landesmuseum, Eisenstadt


Farbphoto aus der Thuróczy-Chronik.

Die illustrierte Ungarnchronik des Johannes von Thurócz entstand im Jahre 1488 unter König Matthias Corvinus (1458-1490) und stellt König Ladislaus den Heiligen als ritterliche Symbolfigur in den Mittelpunkt der Darstellungen. Die im Hintergrund dargestellte Verbrüderungsszene symbolisiert die Christianisierung und Ansiedlung der Kumanen in Ungarn.
"1091: Er kam eben zu rechter Zeit. Denn, nachdem die Kumaner unter ihren Khan Kupulch mit drey Haufen, das an der Teiße gelegene Land verwüstet, und viel tausend Weiber und Kinder in die Dienstbarkeit fortgeschleppet hatten, vereinigten sie sich wieder an dem Flusse Temesch, wo sie einige Tage auszuruhen gedachten. Hier lagen sie nun in unbesorgter Sicherheit, als sie ganz unvermuhtet von den Truppen des Ladislaus völlig eingeschlossen wurden. Die Kühnsten, die mit den Waffen einen Durchgang suchten, blieben auf dem Platze, die übrigen aber flehten die Gnade des Uiberwinders an, und erbohten sich, alle gemachte Beute wieder auszuliefern, wann man ihnen den freyen Abzug gestatten würde. Ladislaus aber ließ ihnen durch einen Herold wissen, daß sie unter keiner andern Bedingung die Freyheit erhalten könnten, als wann sie sich in Ungarn niederlassen, und den Christlichen Glauben annehmen wollten. Sie unterwarfen sich diesen Bedingungen, und man wies ihnen das heutige Land der Jazyger zur Wohnung an, gab ihnen auch Priester, die sie in der Christlichen Religion unterrichteten."
(K.G.v. Windisch)


Peter Krajasich


Literatur: János THURÓCZY, A magyarok krónikája. Faksimileausgabe hrsg. von János Horváth (Budapest 1986).