Oswald von Wolkenstein

Oswald von Wolkenstein

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: VIII 60, S. 282.

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Leihgeber: Universitätsbibliothek Innsbruck (Tirol), ohne Signatur
Oswald von Wolkenstein

© Burgenländisches Landesarchiv und Burgenländisches Landesmuseum, Eisenstadt


Titelporträt aus der Handschrift Breite ("Innsbrucker Handschrift"), 1432. Photo

Der aus Südtiroler Adel stammende Oswald von Wolkenstein (1377-1445) gilt als letzter namhafter Vertreter des "Minnesangs". Er führte ein bewegtes Leben, das autobiographisch - dichterisch und wahrheitsschildernd - in seine Gesänge eingetragen ist. Die Kenntnisse der musikalischen Gepflogenheiten anderer Länder, die er mit heimischer Tradition zu verbinden wußte, erwarb er sich als Knappe auf ausgedehnten ritterlichen Lehrfahrten durch Europa, ins Heilige Land (1409) sowie in der Gefolgschaft König Sigismunds zum Konstanzer Konzil (1415). Derb, temperamentvoll war er in jedem Milieu mit "toben, wüten, tichten, singen mangerlai" tätig, obgleich er in erster Linie, durch Erbteilung in den teilweisen Besitz der Burg Hauenstein gelangt und Lehensträger des Bischofs von Brixen, als "Gotshausmann" an der Landespolitik Tirols aktiven Anteil hatte. Das Porträt zeigt ihn mit dem Drachenorden und dem charakteristischen herabhängenden rechten Augenlid.


Gerhard J. Winkler