Madonna im Ährenkleid

Madonna im Ährenkleid

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: VII 5, S. 259.

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Leihgeber: Keresztény Múzeum / Christliches Museum (Esztergom, Ungarn), 56.496
Madonna im Ährenkleid

© Keresztény Múzeum, Esztergom


Meister des Halleiner Altares (Salzburg), erste Hälfte des 15. Jahrhundert.
Temperamalerei auf Holz, Höhe: 60,5 cm, Breite: 45 cm.

Die Benennung des Bildtypus erfolgt auf Grund der Tatsache, daß Maria in einem Kleid dargestellt ist, auf dem goldene Getreideähren aufscheinen. Das Vorbild dieses als Gnadenbild zu bezeichnenden Madonnentypus stammt aus Mailand/Milano und genoß in der Herzogsfamilie der Visconti eine besondere Verehrung. Von da aus verbreitete sich der Typus der "Ährenkleidmadonna" über den gesamten süddeutschen Raum und hat auch in unserem Fall die Bedeutung eines Votivbildes. Der Votant, der vor der heiligen Maria kniende Ritter, dem das Spruchband "Oh heilige Jungfrau Maria bitte für mich Sünder" in die Hand gelegt ist, konnte als der Wiener Neustädter Ritter Bernhard Praun (gestorben vor 1484) identifiziert werden.


Ernst Englisch, Karl Vocelka


Literatur: Richard PERGER, Der Stifter der Maria im Ährenkleid im Christlichen Museum in Esztergom. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 33 (1979), S. 16-18.