Luzerner Chronik: Schlacht von Sempach 1386

Luzerner Chronik: Schlacht von Sempach 1386

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: V 12, S. 231.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Zentralbibliothek Luzern (Schweiz), S 23 fol
Luzerner Chronik: Schlacht von Sempach 1386

© Zentralbibliothek Luzern


Chronik des Diehold Schilling. 1513 abgeschlossen und dem Luzerner Rat vorgelegt. Photo.

Der Autor (ca. 1460-1515) stammte aus einem Luzerner Bürgergeschlecht und diente als Stadtschreiber in der städtischen Kanzlei. Die Chronik ist reich bebildert und behandelt die Ereignisse um die Stadt Luzern von ihrer Gründung bis zum Jahr 1509. Ein immer wieder genanntes Beispiel für den militärischen Niedergang des Rittertums - noch dazu mit Österreichbezug - ist die Schlacht zwischen dem Ritterheer des habsburgischen Herzogs Leopold III. und den Schweizer Eidgenossen am 9. Juli 1386. Das Heer Leopolds - rund 4000 Mann -wurde von den zahlenmäßig unterlegenen (etwa 2000 Mann zu Fuß) Eidgenossen vernichtend geschlagen. Viele Ritter, unter ihnen Herzog Leopold, fielen in dieser Schlacht, die zeigt, daß die Infanterie mit ihren Hellebarden den gepanzerten Reiterheer, das unter der Hitze besonders litt, überlegen war. Der persönliche Einsatz des Herzogs Leopold brachte keine Wendung mehr. Als man ihn am Kampf hindern wollte, sagte er sinngemäß, er wolle lieber in Ehren sterben als auf dieser Erde unehrlich weiterleben, worin sich die überzogene ritterliche Gesinnung deutlich ausdrückt. Angeblich fielen auf habsburgischer Seite 1800 Kämpfer, während die Eidgenossen nur 200 Tote zu beklagen hatten.


Ernst Englisch, Karl Vocelka