Kampfschild mit dem Wappen der Herren von Brienz

Kampfschild mit dem Wappen der Herren von Brienz

In: Die Ritter. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung 1990 auf der Burg Güssing vom 4. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Harald Prickler. Burgenländische Forschungen. Sonderband. 8. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv - Landesbibliothek 1990. 338. 4° Objekt-Nr.: IV 14, S. 227.

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Leihgeber: Schweizerisches Landesmuseum Zürich (Schweiz), LM 3405.178
Kampfschild mit dem Wappen der Herren von Brienz

© Schweizerisches Landesmuseum, Zürich


Schweiz, um 1190.
Lindenholz mit Leder überzogen und blau bemalt, Löwe mit plastischer Kreidemasse modelliert und versilbert, Höhe: 87 cm.
Photo.

Für die ritterliche Kampftechnik spielen die Schutzwaffen eine ebensolche Rolle wie die Angriffswaffen (Schwert und Lanze). Der Schild wird durch seine Bemalung und Kennzeichnung auch zur Urform des Wappenschildes. Der sogenannte Seedorfer Schild (Kanton Uri) stammt aus dem gleichnamigen Lazariterordenskloster, das um 1157 vom Ritter Arnold von Brienz gestiftet wurde. Dieser im 15. Jahrhundert aufgehobene Ritterorden zum heiligen Lazarus war nicht ganz unbedeutend, da er sich um die Einrichtung von Aussätzigenhospitälern annahm, ja nach seinen Statuten mußte der Großmeister des Ordens anfänglich sogar ein Aussätziger (Leprakranker) sein. Die wenigen heute vorhandenen Schilde des hohen Mittelalters verdanken ihre Erhaltung meist dem Umstand, daß sie als Totenschilde über dem Rittergrab aufgehängt wurden. Offensichtlich wurde der ursprünglich längere Seedorfer Schild durch Absägen des oberen Teils verkleinert, damit erfolgte wohl zwischen 1230 und 1250 eine Anpassung an die nun moderne Kampftechnik.


Hugo Schneider, Karl Vocelka