"Der Kaiser in der Jagdausstellung" am 13. Juni 1910

"Der Kaiser in der Jagdausstellung" am 13. Juni 1910

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 18.6, S. 348.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 59.590/3

© Historisches Museum der Stadt Wien


Hans Tschelan (Wien 1873-1964 Wien)
Heliogravure, 45,9 x 35,8
Bezeichnet rechts unten im Druck: H. Tschelan
Aus: Unser Kaiser, Nr. 57

Das Blatt zeigt Kaiser Franz Joseph I., der die Ausstellung mehrmals besuchte, in Begleitung des Präsidenten des Ausstellungskomitees, Max Egon Fürst zu Fürstenberg, beim Verlassen des Österreichischen Reichshauses. Am Treppenaufgang sieht man eine der beiden flankierenden Reiterfiguren "Leopold I. von Babenberg". Die andere, nicht sichtbare, stellte "Kaiser Maximilian I." dar. Sie sind vom Bildhauer Hugo Kühnelt (1877-1914), einem Schüler Edmund Hellmers an der Wiener Akademie und Schöpfer mehrerer Grabmäler am Zentralfriedhof. Um historische Genauigkeit bemüht, studierte er u. a. das Sattelzeug in der Hofjagd- und Sattelkammer, was ihm am 3. Dezember 1909 erlaubt worden war. Der Reiter wird auf der einen Seite von einer Begleitfigur und auf der anderen von einem Jagdhund flankiert. Typisch für die Zeit ist die Geschlossenheit der Formgebung, dadurch erzielt, daß das Pferd nicht schreitet sondern steht und der Versuch Monumentalität durch strengen Umriß und Massewirkung zu erzielen. Die zu diesem Typus gehörende Begleitfigur finden wir nicht nur bei den deutschen Kaiserdenkmälern der Zeit, sondern auch bei Otto Wagners Entwürfen für ein Reiterdenkmal Kaiser Franz Josephs I.


Selma Krasa


Literatur: Österreichisches Staatsarchiv, HHStA, OMeA r 10/2 Jagdausstellung aus 1909.