Kronprinz Rudolph als Jäger, 1908

Kronprinz Rudolph als Jäger, 1908

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 16.1.16, S. 321.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Museen des Mobiliendepots (Wien), ehemaliges Hofmobiliendepot, Nachlaß Petznek, MD 043544
Kronprinz Rudolph als Jäger, 1908

© Information: Museen der Stadt Wien


Miklas Ligeti (Budapest 1871-1944 Budapest)
Bronze, Höhe 75, Sockel 38 x 34,5 x 16

Die Statuette ist die Reduktion des Kronprinz Rudolf-Denkmals im Stadtwäldchen von Budapest, das am 12. Oktober 1908 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I., der Witwe Rudolfs, Kronprinzessin Stephanie, nunmehr Gräfin Lónyay und seiner Tochter Elisabeth, verehelichte Windisch-Grätz, aus deren Besitz die Statuette stammt, enthüllt wurde. Der Initiator war der Präsident der ungarischen wissenschaftlichen Vereinigung "Urania", Staatssekretär Viktor Molnár, der ab 1903 die Errichtung betrieb. Die drei Meter hohe Figur wurde auf einen 2 m hohen Felssockel aus ungarischem Marmor gestellt und sollte den Kronprinzen als Jäger und Forscher, um den Hals trägt er ein Fernglas zur Beobachtung von Vögeln, repräsentieren. Die Jagdtracht, mit hohen Stiefeln, entspricht nicht der hochalpinen, die Kaiser Franz Joseph I. gewöhnlich trug, war aber typisch für Kronprinz Rudolph. Als Vorlage könnte dem Künstler eine der Aufnahmen aus der letzten Photoserie des Kronprinzen gedient haben. Ligeti war in Budapest Schüler von Strobl, dann in Wien an der Akademie bei Hellmer und ging dann nach Paris, wo er von Rodin beeinflußt wurde. Sein bekanntestes Werk ist das sogenannte "Anonymus"-Denkmal, zu Ehren des unbekannten Verfassers der ersten ungarischen Chronik im Stadtwäldchen von Budapest, das 1903 enthüllt wurde. Wahrscheinlich wurde dabei die Aufmerksamkeit des Rudolf-Denkmalskomitees auf den Künstler gelenkt. 1907 entstand seine Sitzstatue der Kaiserin Elisabeth aus Carrara-Marmor in Szeged.


Selma Krasa


Literatur: Leipziger Illustrierte Zeitung 1908, S. 796.