"Kronprinz Rudolph auf der Hochjagd", 1881

"Kronprinz Rudolph auf der Hochjagd", 1881

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 16.1.11, S. 314.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, Sammlung Wurzbach

© Historisches Museum der Stadt Wien


Zeitungsholzstich, 43 x 30,1

Die Illustration erschien in der Publikation "Rudolph und Stephanie", die anläßlich der Hochzeit des Thronfolgers herauskam. In dem dazugehörenden Artikel "Mit Büchse und Feder" heißt es zum Schluß: "Waidmannsheil, das dem Erben des Hauses Habsburg bis nun immerdar treu geblieben, geleitete den Kronprinzen auch auf seiner Reise nach Belgien, wo ihm das höchste Ziel zu treffen beschieden war, das einem glücklichen Jagdherrn je zu erzielen gelang: ein holdes Weib..." Dementsprechend handelt es sich nicht um die Wiedergabe einer wirklichen Jagdszene, obwohl auf den ersten Blick die Ausführung durchaus realistisch erscheint. Kronprinz Rudolph steht vor einem erlegten Gamsbock vor dem respektvoll zurückgebliebenen Pirschführer und schwenkt jubelnd seinen Hut. Aber der nicht der Jagdbeute geltende, sondern in die Ferne gerichtete Blick des Schützen, die Talnebel, die er weit unten zurückgelassen hat, geben der Darstellung symbolischen Charakter. Auch in der Jagd-Zeitung erschien anläßlich der Hochzeit ein spezieller Artikel mit einem Gedicht: "Drum führet er mit frohen Mienen / Im Maimond auch die Braut zu uns / Die er mit Waidmannsblick erkoren, / Mit Waidmanns unentwegter Treue / Und jener unbeugsamen Kraft, / Die allen Jägern ist gemeinsam, / Für immerdar wird halten noch!" Nach den Hochzeitsfeierlichkeiten am 10. Mai fuhr das neu vermählte Kronprinzenpaar nach Laxenburg, wo der Kronprinz schon wenige Tage danach in Gegenwart seiner Frau einen Rehbock erlegte, wie sein Leibbüchsenspanner Rudolf Püchel berichtet. Auch später begleitete Kronprinzessin Stephanie ihren Mann recht häufig auf die Jagd, auch in Siebenbürgen.


Selma Krasa


Literatur: Jagd-Zeitung, 24 (1881), S. 233.
Elisabeth KOLLER-GLÜCK, Meine Jagderlebnisse mit Kronprinz Rudolf. Die Memoiren des Leibjägers Rudolf Püchel (St. Pölten 1978), S. 51f.