Joseph Graf Latour-Thurmburg als Jäger, 1874

Joseph Graf Latour-Thurmburg als Jäger, 1874

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 16.1.6, S. 312.

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Leihgeber: Graphische Sammlung Albertina (Wien), Legat Petznek
Joseph Graf Latour-Thurmburg als Jäger, 1874

© Graphische Sammlung, Albertina, Wien


Josef Kriehuber
Aquarell, 102,4 x 78,1
Signiert und datiert links unten: Kriehuber 874
Farbtafel

Dieses zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigte Aquarell stellt den Erzieher von Kronprinz Rudolph - er hatte diese Stelle von 1865 bis 1877 inne - als Hochgebirgsjäger vor einer romantischen Bergkulisse dar. Deutlich ist an seiner rechten Hand, die den Bergstock hält, die lederne Binde zu sehen, die die Narben nach dem in den Kämpfen bei Gamboli in Oberitalien 1849 amputierten Mittelfinger verdecken soll. Latour war ein passionierter Jäger, hatte ein eigenes Revier und wurde auch nach 1877 immer wieder von Kronprinz Rudolph, aber auch vom Kaiser selbst, zur Jagd eingeladen. Das enge Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler zeigt sich auch in der bis zum Tod des Kronprinzen fortgeführten Korrespondenz und der oft gewählten Anrede "Mein Alterle" darin. So könnte es sein, daß die zwei Aquarelle Kriehubers mit Kronprinz Rudolph als Jäger (stehend und sitzend) gewissermaßen als Gegenstücke zu den Darstellungen von Graf Latour gedacht waren, da es auch von diesem eine als Jäger sitzend aus dem Jahr 1875 in Privatbesitz gibt. 1874 jagten der Kronprinz und Graf Latour gemeinsam im April im Neuberger Revier auf Auerhähne, im August in Ischl auf Hirsche und im November im Reichenauer Revier auf Gemsen. In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, daß das eine der Aquarelle Kronprinz Rudolph mit einer erlegten Gams zeigt.


Selma Krasa