Kaiser Franz Joseph I. auf der Fuchsjagd, 1875

Kaiser Franz Joseph I. auf der Fuchsjagd, 1875

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 13.11, S. 232.

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Leihgeber: Museen des Mobiliendepots (Wien), ehemaliges Hofmobiliendepot, Nachlaß Petznek, MD 043669
Kaiser Franz Joseph I. auf der Fuchsjagd, 1875

© Museen des Mobiliendepots, Wien


Wilhelm Richter
Öl auf Leinwand, 99 x 72
Signiert rechts unten: W. Richter 1875
Farbtafel

Kaiser Franz Joseph I. reitet an der Spitze einer Reitergruppe in einem leicht welligen Gelände. Dies war die Landschaft von Gödöllö und seiner Umgebung. 1867 hatte er ein zusätzliches Jagdgelände gepachtet, wo man bei Trieben u. a. Füchse schoß. 1877 berichtet er seinem Sohn Rudolph von einer Parforcejagd, die am 19. Jänner stattgefunden hatte: "In Vecsés (südöstlich von Budapest) hatten wir zwei Kill nach hübschen, enorm scharfen runns mit vorzüglichen Wassergraben. Der erste Fuchs wurde aus einem Bau, wo er bestättigt war, ausgegraben, ging nach einem runn von 11 Minuten in einen anderen Bau, aus welchem er bald ausgegraben war, wobei sich in diesem Bau ein zweiter Fuchs zeigte. Der Erste wurde nach einem runn von einigen 20 Minuten in einer Akazien Remise gekillt, dann wurde zum Bau zurückgeritten, wo während dem weitergegraben worden war. Nun kam auch der zweite Fuchs zum Vorschein, der nach 24 Minuten runn auf freiem Felde gekillt wurde..."
Der Kaiser trägt den zur Parforcejagd vorgeschriebenen roten Frack mit Zylinder, der sich in England nach der Französischen Revolution eingebürgert hatte und danach auch auf dem Kontinent üblich wurde. Darstellungen Franz Josephs I. in dieser Kleidung fanden keine größere Verbreitung, im Gegensatz zum Hochwildjäger im
"Ausseer Gewand." Obwohl der Kaiser nicht Englisch sprach, benützte er bei der Schilderung seiner Jagderlebnisse zu Pferd dennoch die Fachausdrücke in dieser Sprache, aber nicht immer in korrekter Orthographie.


Renata Kassal-Mikula


Literatur: Lieber Rudolph. Briefe von Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth an ihren Sohn. Eingeleitet und kommentiert von Friedrich Weissensteiner (Wien 1991).