"Ein Opfer seines Berufes", 1902

"Ein Opfer seines Berufes", 1902

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 12.18, S. 217.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 30.849

© Historisches Museum der Stadt Wien


Leopold Bara (Wien 1846-1911 Wien)
Öl auf Leinwand, 100 x 144
Signiert und datiert rechts unten: Leop. Bara. 1902
Farbtafel

Der von einem Wildschützen angeschossene Jäger wird auf einer Bahre in seine Wohnstube gebracht. Der Arzt bemüht sich um den Verwundeten, der einen Brustschuß erhalten hat. Der Pfarrer mit dem Allerheiligsten und die verzweifelt kniende Frau des Jägers verdeutlichen, wie schlecht es um den Verwundeten steht. Zum "milieugerechten" Innenraum steht die schöne Tracht der Frau, die perfekt geschnittene Lederhose des verwundeten Jägers in einigem Gegensatz. Offenbar stand er im Dienst einer hochgeborenen Persönlichkeit. Stilistisch steht das Bild in der Tradition des Defreggerkreises. Franz von Defregger malte das Thema "Der verwundete Jäger" mehrmals. 1869 war eine Fassung in Wien ausgestellt und fand beim Publikum große Resonanz. Zum Thema des Überraschten oder verwundeten Wildschützen der Romantik greift die Genremalerei des ausgehenden Jahrhunderts nun das Motiv des edlen Berufsjägers auf, der in Ausübung seiner Pflicht zum Opfer wird. Das Bild wurde 1906 von der Stadt Wien vom Künstler für 2000 Kronen erworben. Auf der Ersten Internationalen Jagdausstellung hing es im Österreichischen Reichshaus in der Abteilung Wildererwesen.


Renata Kassal-Mikula, Selma Krasa


Literatur: Gedenkbuch der ersten Internationalen Jagdausstellung (Wien 1910), S. 85.
Franz von Defregger und sein Kreis. Katalog der Tiroler Landesausstellung des Museums der Stadt Lienz auf Schloß Bruck, Städtische Galerie im Rathaus, 13. Juni bis 20. September 1987. Bearb. von Gert Ammann, Günther Dankl (Innsbruck 1987).