Steinschloßbüchse Kaiser Karls VI. , um 1730

Steinschloßbüchse Kaiser Karls VI. , um 1730

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 10.14, S. 181.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Hofjagd- und Rüstkammer, D 226
Steinschloßbüchse Kaiser Karls VI. , um 1730

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Caspar Zellner (1661-um 1730)
Der gezogen, kantig gestaltete Lauf ist gebläut und trägt den Namen "Caspar Zelner" in Gold eingelegt. Das blanke Schloß ist mit gravierten Jagdszenen verziert. Der französische Schaft ist mit geschnittenem und vergoldetem Messing geschmückt. Auf der Schloßplatte findet sich die Inschrift. "Caspar Zelner in Wienn" eingraviert. Am Kolbenhals befindet sich ein montiertes Monokel.
Farbtafel

Kaiser Karl VI. war nicht nur ein begeisterter Jäger, er war geradezu von Jagdleidenschaft besessen. Da der Kaiser kurzsichtig war, behob man diesen Sehfehler durch ein Monokel, das auf der kaiserlichen Jagdwaffe montiert war. Anlaß für die Montage von Monokeln auf die kaiserlichen Jagdwaffen war ein tragischer Jagdunfall, bei dem Kaiser Karl VI. Fürst Adam Franz Schwarzenberg tödlich verletzte. Zellner war einer der führenden Wiener Meister. Caspar wurde 1661 als Sohn von Johann Zellner geboren und erlernte das Büchsenmacherhandwerk in Salzburg. Von dort ging er nach Wien und wurde hier 1690 in die Zunft aufgenommen und 1695 als Büchsenmachermeister zugelassen. Bis zu seinem Tod um 1730 arbeitete er vor allem für das Kaiserhaus, besonders für Kaiser Josef I. und dessen Bruder Karl VI. In der kaiserlichen Gewehrkammer, die sich heute in der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums befindet, sind nicht weniger als fünfundneunzig von Caspar Zellner hergestellte Feuerwaffen erhalten. Seine Gewehre fallen besonders durch ihre überaus prunkvolle Verarbeitung und den Reichtum ihrer aus Messing getriebenen und aus Bronze gegossenen vergoldeten Beschläge auf.


Mathias Pfaffenbichler