Oberstjägermeister Johann Julius Graf Hardegg überreicht Kaiser Karl VI. den Jagdatlas, 1726

Oberstjägermeister Johann Julius Graf Hardegg überreicht Kaiser Karl VI. den Jagdatlas, 1726

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 10.12, S. 181.

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Leihgeber: Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Kartensammlung, K I 98.480
Oberstjägermeister Johann Julius Graf Hardegg überreicht Kaiser Karl VI. den Jagdatlas, 1726

© Österreichisches Staatsarchiv


Dedikationsblatt aus: "Neuer Atlas Des Kayserl.en Wildban in Österreich unter der Ens"
Giovanni Giacomo Marinoni (Udine 1670-1755 Wien)
Tusche, Pinsel, grau laviert, Goldfarbe, 73,2 x 51
Aufschrift: "Caesaris iste liber pandit sylvestre theatrum / in cuius scenis cervus aperque ferox / ursus, dama, lupus, lepores vulpesque dolosae / impery curas alleviare solent. - Quem Caesarem Maximo Venatorumque / longe Principi humillime dedicat / obsequiosissime offert / Jo: Julius Comes ab Hardegg / Venatorum Magister". Österreichisches Staatsarchiv, HHStA, Band 1 (Exemplar des Oberstjägermeisteramtes)
Farbtafel

Auf dem Dedikationsblatt erhält Kaiser Karl VI., zu Pferd, von Graf Hardegg den Jagdatlas. Die Übergabe erfolgt am Abschluß einer eingestellten Jagd. Das männliche Gefolge steht hinter Hardegg, während unter dem Schirm Damen auf die Abfahrt durch die Kutsche warten. Im Hintergrund sieht man noch das Sperrzeug. Im Vordergrund links liegt das bereits aufgebrochene Wild. Der Atlas enthält die kaiserlichen Jagdreviere längs der Donau von Wien bis Orth und im Marchfeld sowie dem anstoßenden Hügelland von Stockerau bis über Pirawarth. Das hier gezeigte Exemplar ist das des Oberstjägermeisteramtes, das für Karl VI. bestimmte befindet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek (Kartensammlung, K I 98.480). Johann Julius Graf Hardegg war ab 31. Dezember 1724 bis zu seinem Tod am 26. April 1746, also bereits unter Maria Theresia, Oberstjägermeister. Der zweibändige Atlas sollte wohl zu seiner besseren Einführung bei seinem kaiserlichen Herren dienen. Immerhin folgte er Fürst Hartmann Liechtenstein nach, der einer der engsten Jagdgenossen Karls VI. war. Die Wertschätzung Hardeggs durch den Kaiser drückte sich schon bald aus. Auf dem Titelblatt des 2. Bandes ist er bereits Geheimer Rat.


Renata Kassal-Mikula, Selma Krasa


Literatur: Oskar Frhr. von MITIS, Jagd und Schützen am Hofe Karls VI. (Wien 1912).
Eugen OBERHUMMER, Ein Jagdatlas Kaiser Kalr VI. In: Unsere Heimat 6 (1933), Nr. 5, S. 152-159.
Maria Theresia und ihre Zeit. Eine Darstellung der Epoche von 1740-1780 aus Anlaß der 200. Wiederkehr des Todestages der Kaiserin. Hrsg. von Walter Koschatzky (Salzburg/ Wien 1979), Nr. 139,01, S. 556.